Die Betaisierung des Internets

Kaum ein halbwegs neuer Dienst im Internet, der sich nicht das Merkmal „beta“ aufklebt. Allerdings gibt es Services für die ist das Betastadium offensichtlich zeitlich unbefristet und eine Dauerentschuldigung für Downtimes, Instabilitäten, Pannen und schlechte Performance. Auch hier hat Google eine Vorbildfunktion. Google Eartg gibt es in Version 4, natürlich wie alle Vorgänger nur als Beta. Google Maps – Beta! Selbst die Produktsuchmaschine Froogle ist erst Betastadium, die Buchsuche sowieso, natürlich auch die Blogsuche.

Konkurrenten machen es nach: Yahoos lokale Suche und die Community 360 Grad sind ebenfalls immer noch im Betastadium. Softwarehersteller haben es vorgemacht. Mit Microsofts Windowsserie ab 3.11 hat man offensichtlich entschieden, die Bugs grundsätzlich nur noch von der nutzenden und teilweise zahlenden Userschaft entdecken zu lassen. Kein Wunder also, dass gerade Microsoft mit www.live.com ein ganzes Betaportal eröffnet hat.

Manche Dienste werden das Betastadium wohl gar nicht mehr überleben, plazes.com ist ein solcher Kandidat. So sehr man sich auch müht, es kommt einfach kein leben in die lokal-orientierte Community, vielleicht weil alles nur so leidlich und langsam funktioniert. Mit ein bisschen Marktforschung im Vorfeld solcher Prjekte könnten sich Investoren, Macher, Entwickler und User einige Schmerzen ersparen.

Veröffentlicht von

Markus Käkenmeister

Interessiert an Technologie, Politik, Psychologie. Seit 2000 beruflich im Web (Internetbranche) als Marketing Manager und Product Manager Schwerpunkt Community/Dating, Hosting, Domains, Cloud

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