Digitalradio ist in Deutschland jetzt richtig tot

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Nun ist DAB endgültig am Ende. Auch wenn der Standard schon ziemlich alt ist, ich finde es schade um die Technik. DAB konnte einiges. Mir hat mal jemand vorgeführt, per DAB auch Standbilder (5 sec / Bild) übertragen zu können. Geräte gab es kaum. Meine letzte Hoffnug war DVB-T – hier hat man ja auch gesehen, dass es möglich ist, neue Receivertechnik im Markt durchzusetzen. Ein DAB Radio hätte nicht teuerer sein müssen als ein kleiner DVB-T Receiver

Ich denke, DAB hätte für mehr terrestrische Vielfalt sorgen können. Aber niemand lässt sich dazu überreden, einen sündteueren Receiver zu kaufen, nur um digital das zu hören, was er von Ukw eh schon kennt. Ich kenne niemanden, der einen DAB Radio zu hause oder im Auto hatte. Hätte es mehr Alternativ-Angebot gegeben, wäre auch die Nachfrage gestiegen, vielleicht sogar Programme, die nur per DAB zu hören gewesen wären. Die Gerätehersteller haben auf die Programme gewartet, die Programmanbieter auf die Gerätehersteller. Ich habe noch einige skurrile Szenen aus meiner Radiozeit vor Augen als wir uns als Programmanbieter speziell für DAB in Thüringen bei der dort zuständigen Landesmedienzentrale beworben haben und von den Herren Kontrolleuren sowas von arrogant abgefertigt wurden. Das war in den späten 90ern und Gutsherrenhabitus war seinerzeit offensichtlich die vorherrschende Attitüde bei Medienzentralmächtigen. Die Internetentwicklung hat das weggewischt. Heute ist es kein Problem mehr , Audiostreams nach jedem Geschmack nutzen zu können. 1999 war das anders.

Ein Teufelsspiel und keiner hat gewonnen, denn welche Technik soll das in die Jahre gekommene Ukw ablösen? Wir hören Radio wie zu Omas Zeiten.Auch wenn ein digitales Sendernetz schon daneben steht., das keiner nutzen will. Bleibt eigentlich nur, Radio per DVB-T zu verteilen, wenn UKW ausgestorben ist. Dann kann man aber auch gleich Bewegtbild mitsenden. Oder Ukw bleibt für immer und ewig und künftig wird Radiohören genauso strange sein wie ich als Kind Radioempfang per Kurzwelle oder Langwelle empfunden habe.

Veröffentlicht von

Markus Käkenmeister

Interessiert an Technologie, Politik, Psychologie. Seit 2000 beruflich im Web (Internetbranche) als Marketing Manager und Product Manager Schwerpunkt Community/Dating, Hosting, Domains, Cloud

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