So wird man die Pest von „delta-search.com“ wieder los

Es gibt immer mehr Freeware-Angebote, die nach dem Herunterladen und Installieren ungefragt einige zusätzliche Komponenten mitinstallieren. 

Das passiert bei Downloads von CNET, Softonic und anderen Sites, denen man bisher eigentlich vertrauen konnte. Das scheint Vergangenheit zu sein. Heute heißt es: Augen auf bei der Freeware-Suche. 
Wichtig, wenn Sie Freeware herunterladen und installieren: Im Laufe der Installation sollte man es vermeiden, auf Schnellinstallationslinks wie „Quick Install“ zu klicken. Das kann bequem sein, aber installiert viel Unnützes und eventuell auch Gefährtliches mit. 

Beim Installieren von Freeware unbedingt die „Advanced“ – Option nutzen, sonst gelangt allerlei Softwaremüll ins System. 
Es handelt sich oft um beliebte consumernahe Software, wie etwa Bildverabreitungstools, Formatwandler und so weiter, Dinge, die man alltäglich einfach ab und an braucht.

Sogar im Advanced Installationsdialog muss man die Anweisung sehr genau lesen, sonst wird die Malware der Installation doch noch hinzugefügt. So muss man in einem Beispiel auf „no“ klicken, statt auf das gewohnte „OK“.

Augen auf auch im Installationsdialog. Sonst bekommen Sie allerhand Adware und Malware untergeschoben. 

Einer der aggressivsten Malwareinstaller ist zur Zeit delta-search:

– delta-search klinkt sich als Toolbar in jeden Browser, den Sie installiert haben

– außerdem wird delta-search die Standardsuche

– und weil das noch nicht reicht, macht sich delta-search zur Startseite in jedem Browser

– zusätzlich wird ein als Sicherheitstool getarntes Progrämmchen installiert, das Adware- und Malwareentfernern die Arbeit erschweren soll

Die Verbreitung aufgrund aggressiver Installationsmethoden von delta-search.com steigt rasant. 

Wer Delta Search betreibt, ist gar nicht so einfach herauszufinden. Weder in den T&C oder im Privacy-Statement noch über eine Whois-Abfrage ist der Inhaber der Domain zu ermitteln. Die Domain wurde über Godaddy registriert und wird von einer amerikanschen Firma verwaltet, deren Spezialität es ist, den eigentlichen Inhaber nicht preiszugeben. Das erinnert an Babylon Search, vielleicht handelt es sich ja auch um den gleichen Anbieter, der nur das Webfrontend verändert hat, nachdem diese Domain verbrannt war.

Die Identität des Domaininhabers von delta-search.com wird verschleiert. 

Delta Search versucht, einmal im System eingenistet, nicht weiter aufzufallen und akzeptable Suchergebnisse zu liefern.

Die Ähnlichkeit zur Google-Suchseite ist frappierend: Die Schrift, der schwarze horizontale Navigationsbalken, die Aufteilung der Seite… flüchtige User sehen noch nicht einmal den Unterschied. Und eine weitere Anzahl User wird Delta Search mehr oder weniger zähneknirschend akzeptieren, da das Deinstallieren recht aufwändig ist. 

Damit der Eindruck gewahrt bleibt, zeigt delta-search.com oben rechts direkte Links zu einer Videosuche, zum Maillogin und anderen Diensten, allerdings zu denen von Yahoo!

Auch die Suchergebnisse sehen bekannten SERPs (search engine result pages) zum Verwechseln ähnlich. Dennoch gibt es deutliche inhaltliche Qualitätsunterschiede im Vergleich zu Google.

Delta Search will vermutlich über die Klicks auf Suchergebnisse Umsatz generieren. International aufgesetzt und dank Malwareinstallation weit verbreitet, ist das offensichtlich ein einträgliches Geschäft.

Wie aber kann man „delta-search.com“ wieder loswerden?
Es gibt einige Removal-Tools, aber auch „zu Fuß“ kann man die entsprechenden Einstellungen wieder rückgängig machen.

Software deinstallieren

Zunächst sollte man die Software, die mit dem eigentlichen Hauptprogramm installiert worden ist, in der Systemsteuerung unter „Software“ de-installieren. Auch die Toolbars für die Browser kann man dort deinstallieren.

Danach nimmt man sich die Browser vor und entfernt die Einträge für die Startseite und die Suchbox.

delta-search-Entfernung aus Firefox

Bei Firefox muss man zudem noch neu einstellen, welche URL geöffnet wird, wenn man einen neuen Tab öffnet. Dies ist nach der „delta-search.com“ Installation auch verändert worden. Man tippt about:config in die Adresszeile des Firefoxbrowsers und sucht nach dem Eintrag „browser.newtab.url“. Als Status steht dort „Vom Benutzer…“. Klicken Sie rechts auf diese Worte und bwegen Sie die Maus auf den Menüeintrag „Zurücksetzen“. Dann wird der Standard wieder hergestellt.

delta-search-Entfernung aus Chrome 

Bei Chrome muss man unter „Einstellungen“ die Angabe „Bestimmte Seite oder Seiten öffnen“ im Abschnitt „Beim Start“ öffnen. Hier ist auch delta-search eingetragen. Man muss dies nur im Dialog „Startseiten“ löschen.

Im Abschnitt „Suche“ in den Chrome-Einstellungen muss man festlegen, welche Suchmaschine mit der Omnibox verwendet werden soll. Die Omnibox ist das Eingabefeld in Google Chrome. Dort kann man eine URL eingeben oder auch einen Suchbegriff.

Überprüfen Sie sicherheitshalb noch einmal die Einträge im Menüpunkt „Erweiterungen“ in Chrome. 

Möglicherweise ist noch anderer Adware-Mist mitinstalliert worden. Ein Virenscanner kann helfen, noch weitere Elemente zu identifizieren.

delta-search-Entfernung aus dem IE 

Im Internetexplorer funktioniert dies ganz ähnlich:

Öffnen Sie unter dem Menüpunkt „Einstellungen“ den Punkt „Add-Ons verwalten“. Unter „Suchanbieter“ können Sie „Delta Search“ entfernen.

Schließen Sie die „Einstellungen“-Dialogseiten und klicken Sie unter „Extras“ noch auf den Menüpunkt „Internetoptionen“. Auf der Registrierkarte „Startseite“ sehen Sie den Delta-Search-Eintrag, den Sie hier entfernen können, indem Sie einfach auf „Leere Seite“ klicken. Schließen Sie den Dialog mit „OK“ ab.

Grundsätzlich sollten keine Schäden am System oder Datenverluste auftreten. Delta-Search ist vor allen Dingen lästig. Dennoch sollte man sich die Arbeit machen, eventuell vorhandene Adware- oder Malware-Elemente wieder zu entfernen. 
Delta-Search ist keine vernünftige, zu empfehlende Suchmaschine und man darf den Verdacht haben, dass es dem Betreiber auch darum geht, das Suchverhalten auszuspähen. 
Bleibt natürlich die Frage, wie kommt man an qualitative Freeware. Wer es sich leisten kann, lässt von Freeware die Finger, denn wenn Sie einen halben Tag damit beschäftigt sind, Malware zu entfernen, können Sie anhand der Zeit, die Sie vergeuden, entscheiden, ob Ihnen Bezahlsoftware nicht doch vielleicht den Preis Wert ist. 
Es ist verständlich, dass Freeware-Produzenten die vielen Downloads etwas monetarisieren wollen. Die Frage ist allerdings, ob Erlöse wirklich bei den Produzenten ankommen. 

Veröffentlicht von

Markus Käkenmeister

Interessiert an Technologie, Politik, Psychologie. Seit 2000 beruflich im Web (Internetbranche) als Marketing Manager und Product Manager Schwerpunkt Community/Dating, Hosting, Domains, Cloud

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