„Not provided“: Bald gibt es keinen Such-Keywordbericht mehr

Im amerikanischen Blog von searchengineland.com war es bereits zu lesen: Google wird – mit der Argumentation, die Google-Such in Zeiten von PRISM, diskreter zu machen – keine Reports mehr ermöglichen, die erkennen lassen, mit welchen Suchbegriffen die Besucher auf die eigene Website gelangt sind.

Der Anteil der nicht zuordenbaren Suchanfragen, die in Google Analytics mit „not provided“ ausgewiesen werden, ist in den letzten Monaten kontinuierlich gestiegen. Die Kurve der besuche durch die organische Suche und die Kurve für die anzahl unbekannter Suchbegriffe nähert sich kontinuierlich an, wie jeder in seinem Analytics Konto nachvollziehen kann:

Bald wird der Anteil nicht zugeordneter Suchbegriffe 100 Prozent betragen. Das hat Google inzwischen auch bestätigt.

Google bezeichnet diese Änderung als eine „Post-PRISM“-Maßnahme:
http://searchengineland.com/post-prism-google-secure-searches-172487

Kaum einer nimmt Google ab, dass man sich tatsächlich hauptsächlich Sorgen um den Datenschutz der Nutzer macht.

Der wahre Grund, so vermuten viele, könnte eher der Versuch sein, das Adwords-Programm weiter zu beflügeln. Wer Adwords bucht, erhält nach wie vor Angaben darüber, mit welchen Suchbegriffen die User auf der Website landen. Natürlich kostet Adwords Geld – pro Klick eine Summe, die hauptsächlich davon abhängt, wie viele andere Anbieter Anzeigen präsentieren wollen, die erscheinen, wenn jemand mit einem festgelegten Keyword oder einer ganzen Phrase etwas mit Google sucht.

Auch in den Google Webmaster Tools werden Suchbegriffe gezeigt, die dazu führen, dass die entsprechende Domain in der Suchergebnisliste auftaucht. Die Darstellung ist aber eine andere: Gezeigt wird nicht, welche Treffer der User in einer Suchergebnisliste geklickt hat, sondern welche Keywords zu einer Ausweisung als Suchtreffer geführt haben. Damit verliert sich aber die Spur. Als Seitenbetreiber kann man nicht mehr verfolgen, welche Keywords für eine Conversion wichtig sind.

Was bleibt also, um Recherche nach wichtigen Keywords zu betreiben?
Man muss die Google Suchergebnisseiten nach eigenen relevanten Keywords durchsuchen und ermitteln, welche URL als Suchergebnis gezeigt worden ist. Das heißt, man muss massenhafte Anfragen an Google schicken und die Suchergebnisse auf die eigene Domain filtern. Oder entsprechende Tools benutzen, die aber durch die Bank Geld kosten. Ausserdem mag Google kein „Scraping“ seiner Suchergebnisseiten.

Zudem kann  man die Angaben aus Analytics mit denen aus den Webmastertools vergleichen. In den Webmastertools werden Impressions und Clicks für die Top-Keywords gezeigt. Was für die Webmastertools die „Clicks“ sind, ist für Analytics ein „Visit“.

Offensichtlich liefern die Webmastertools nach wie vor Keyword-Daten, wenn auch stärker vergröbert als Analytics dies tat. Nun könnte man durch geschicktes Parallelreporten und Vergleichen versuchen, den Block „not provided“ oder künftig „organic“ aufzulösen.

Veröffentlicht von

Markus Käkenmeister

Interessiert an Technologie, Politik, Psychologie. Seit 2000 beruflich im Web (Internetbranche) als Marketing Manager und Product Manager Schwerpunkt Community/Dating, Hosting, Domains, Cloud

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