Besser keine informelle Mail-Adresse für Bewerbungen verwenden

Es macht durchaus einen Unterschied, ob man eine formelle oder eine eher informelle E-Mail-Adresse benutzt.

Forscher am Institut für soziale Psychologie und Organisationpsychologie an der Universität Amsterdam haben den vermuteten Zusammenhang im Bereich Job-Bewerbungen systematisch untersucht.

Als Ergebnis ist festzustellen, dass, wenn formelle Adressen verwendet werden, die Wahrscheinlichkeit einer Einstellung steigt. Als formell gilt eine Mailadresse dann, wenn der echte Name des Absenders in der Adresse abgebildet ist und kein Phantasiename oder Spitzname.

Die Stärke des Effekts ist in der Größenordnung in etwa mit dem (negativen) Effekt von Rechtschreibfehlern vergleichbar.

Informelle E-Mailadressen wirken so wie Rechtschreibfehler 

Für eine theoretische Begründung zogen die Forscher das Modell der Brunswik’schen Linse heran (hier mehr zu diesem Modell). Im empirischen Teil der Untersuchung wurden die E-Mailadresse, die Rechtscheibung sowie die Schriftart variiert und (fingierte, aber passende) elektronische Bewerbungen Testpersonen vorgelegt, die über eine mögliche Einstellung des Kandidaten entscheiden können. Es handelte sich dabei um echte Rekrutierer, zu deren Aufgaben und Arbeitsalltag es gehört, über die Einstellung geeigneter Kandidaten für eine Stelle zu entscheiden.

Die Testpersonen sollten eine Einschätzung hinsichtlich der Intelligenz und diverser Persönlichkeitseigenschaften des Bewerbers bzw. der Bewerberin vornehmen.

Brunswick’schen Linsenmodell als theoretische Basis

Offensichtlich leiten Angestellte in den Personalabteilungen, die die Bewerbungen prüfen, unter anderem auch aus dem Grad der Formalität der E-Mail-Adresse Eigenschaften des Bewerbers ab, insbesondere die Ausprägung von Gewissenhaftigkeit und von kognitiven Fähigkeiten. Diese beiden Eigenschaften hängen besonders mit der angegebenen Wahrscheinlichkeit zusammen, ob jemand eingestellt werden kann oder nicht.

Quelle:
van Toorenburg Marlies, Oostrom Janneke K., and Pollet Thomas V. What a Difference Your E-Mail Makes: Effects of Informal E-Mail Addresses in Online Résumé Screening. Cyberpsychology, Behavior, and Social Networking. March 2015, 18(3): 135-140. doi:10.1089/cyber.2014.0542.

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http://online.liebertpub.com/doi/full/10.1089/cyber.2014.0542#utm_campaign=cyber&utm_medium=email&utm_source=pr

Veröffentlicht von

Markus Käkenmeister

Interessiert an Technologie, Politik, Psychologie. Seit 2000 beruflich im Web (Internetbranche) als Marketing Manager und Product Manager Schwerpunkt Community/Dating, Hosting, Domains, Cloud

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