Plesk an Investmentfirma verkauft

Oakley Capital übernimmt Servermanagement-Tool Plesk

Plesk ist ein weit verbreitetes grafisches Servermanagementsystem und wird von vielen Hostern als Oberfläche verwendet. Anfang Mai 2017 teilt Plesk nun mit, dass die Investmentfirma Oakley Capital Plesk für 105 Millionen US-Dollar übernimmt. CEO Nils Hueneke peilt eine neue Marschrichtung an und schreibt im Blogbeitrag:

Plesk will now expand beyond traditional web hosting into the hyperscale cloud

Die Software Plesk liegt inzwischen schon in Version 17 vor und wird unter dem Produktnamen „Onyx“ vermarktet. Dabei gab es allerdings einen Sprung von 12 auf 17, Versionen 13, 14, 15 und 16 waren nicht zu sehen. Viele Serververmieter liefern Plesk im Bundle dazu, um den Server komfortabler, auch ohne die Linux-Konsole zu bemühen, betreiben zu können, um darauf Websites oder Anwendungen zu installieren. Inzwischen laufe, so Plesk, die Software auf mehr als 350.000 Servern weltweit.

Das Unternehmen hinter Plesk, Paralles, hat Ende 2015 Jahr Schlagzeilen gemacht, nachdem eine Umbenennung in „Odin“ erfolgt war und ein anderes Produkt, die Cloud-Automationssoftware, an Ingram Micro verkauft worden war. Ein weiteres Produkt, für das Parallels bekannt ist, ist die Virtualisierungssoftware für Apple-Computer, mit denen Microsoft Windows auf Macs ausgeführt werden kann. Dieses Produkt und Plesk waren nicht Teil des Imgram-Micro-Deals.

Zu den wichtigen Investments von Oakley Capital, einem Private-Equity-Unternehmen mit Sitz in London und Ausrichtung auf Westeuropa zählen Intergenia und Host Europe, die sich inzwischen beide unter dem Dach von Go Daddy befinden. Im Consumer- und Webbereich engagiert sich Oakley unter anderem bei Parship/Elite (Dating) und Verivox (Preisvergleich).

Mit dem Deal wird Plesk zum eigenständigen Unternehmen und läuft nicht mehr unter Parallels. Sitz der Firma ist Schaffhausen in der Schweiz. Künftig will sich Plesk stärker um das Cloud-Geschäft kümmern. Zudem setzt Plesk stärker auf WordPress zur Webseitenerstellung. Zu diesem Zweck hat Plesk eine Vereinbarung mit Automattic, dem kommerziellen Arm von WordPress, geschlossen. Ein Toolkit, das die Verwaltung von WordPress-Installationen, Plugins und Themes einfacher machen sollen, wurde bereits in Plesk integriert. So wie die Ankündigungen klingen, soll das Toolset noch ausgebaut werden.

Die Geschichte von Parallels reicht zurück ins Jahr 1997. In diesem Jahr wurde das Unternehmen als SW Soft gegründet und später, 2008, in Parallels umbenannt. 2001 erschien die Server-Virtualisierungssoftware Virtuozzo. 2003 hat Plesk die Firmen Yippi-Yeah, den Produzenten von Confixx (ebenfalls eine grafische Serveradministrationslösung) und Plesk Inc. mit dem Produkt Plesk übernommen. Die Entwicklungsteams arbeiten in Moskau (Russland), während der Sitz von Parallels mit Seatlle (USA) angegeben wurde.

Veröffentlicht von

Markus Käkenmeister

Interessiert an Technologie, Politik, Psychologie. Seit 2000 beruflich im Web (Internetbranche) als Marketing Manager und Product Manager Schwerpunkt Community/Dating, Hosting, Domains, Cloud

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