AWS stellt Lightsail in weiteren Regionen bereit

AWS rollt Lightsail in weitere Regionen aus

Amazon erweitert das 2016 gestartete Produktangebot Lightsail auf weitere Regionen. Bei Lightsail handelt es sich um virtuelle Server, die ab 5 Dollar im Monat betrieben werden können. Damit tritt Lightsail, mit dem sich AWS an Entwickler richtet, die schnell ein Projekt starten wollen, in direkte Konkurrenz zu etablierten VPS-Anbietern. Dieses Produkt ist ein deutlicher Angriff auf die Geschäftsmodelle von Vultr, Digital Ocean oder auch 1&1. Die typischen Nutzungsszenarien von Lightsail werden aktuell zum Teil auch durch etablierte Webhosting-Anbieter bedient.

Amazon sieht das Lightsail-Produkt als Basis für Websites, Webapplikationen, Blogs, Onlineshops, für Szenerien also, die nicht dauernd die komplette bereitsgestellte CPU-Leistung benötigen oder diese schwankend nutzen, aber gegentlich mehr als eigentlich bereitgestellt beanspruchen. Die Performance soll nach Angaben von AWS „burstable“ sein. Unter überbuchungstypischen Effekten soll der Kunde aber dennoch nicht leiden müssen. Für High Performance Computing oder Dinge wie Videoencodierung soll sich Lightsail nicht eignen.

Regionale Verfügbarkeit ausgeweitet

Bisher war Lightsail nur in der AWS-Region US-Ost (Virginia) verfügbar. Die Liste der verfügabren Regionen umfasst nun auch US-West (Oregon), US-Ost (Ohio), London, Frankfurt, Irland, Asia Pacific mit Mumbai, Tokio, Singapur und Sydney. In einem Account kann man mehrere virtuelle Maschinen starten, die auch in unterschiedlichen Regionen sein dürfen.

Zielgruppe Entwickler, die schnell ein Projekt starten wollen

Die VPS-Einheiten sind wesentlich einfacher zu starten und zu managen als Instanzen in anderen AWS-Produkten wie EC2. Als Stacks stehen auch in Lightsail einige Kombinationen aus Betriebssystem und Applikationen zur Verfügung. Grundsätzlich kann man den virtuellen Server mit dem Amazon Linux oder Ubuntu 16.04 aufsetzen.

Bitnami-Stacks

Zudem gibt es auch im Lightsail-Produkt die Möglichkeit, ausgewählte Stacks von Bitnami zu verwenden. Im CMS-Bereich werden WordPress, Joomla und Drupal auf Wunsch direkt als Stack bereitgestellt, dann allerdings immer mit Ubuntu. Wer will, kann den Bitnami-LAMP-Stack verwenden, Node.js oder den MEAN-Stack mit MongoDB, Express, Anguar, Node.js, Git, PHP und RockMongo. Daneben sind auch noch ein Gitlab-Paket, ein Nginx Stack („LEMP“), sowie ein Magento- und ein Redmine-Image verfügbar.

Startbereit

Zum Start einer neuen virtuellen Maschine sind einige Ports bereits offen, z.B. Port 22 für SSH und 443 für HTTPS, um den typischen Einsatzszenarien Rechnung zu tragen. Die Firewall kann aber individuell konfiguriert werden. Die Maschine über die Weboberfläche (AWS nennt dies „Console“) gestoppt und rebootet werden. Eine Steuerung ist auch über ein Command Line Interface möglich. In den FAQs heisst es, zwar würden die Produkt wie in einem Pauschal- Plan angeboten, die Abrechnung erfolge aber auf Stundenbasis, d.h. Kosten fallen an, solange die Instanz läuft oder gestoppt ist. Wenn man also im günstigsten Plan eine Instanz nur 100 Stunden nutzt, zahle man nur 67 Cent. IP-Adressen sind inklusive, solange sie einer Instanz zugeordnet sind. Ansonsten kosten diese 0,005 Dollar pro Stunde. Es lassen sich Snapshots herstellen.

Integration in VPC

Die Buchung des Dienstes erfolgt über die Anmeldung bei „Amazon Web Services“, so dass über die Kreditkarte abgerechnet werden kann. Dort erscheint Lightsail als Dienst neben den anderen, die man schon kennt, wie z.B. EC2 oder S3. Lightsail-VPS lassen sich zumindest zum Teil auch mit anderen Diensten von AWS kombinieren. So gibt es etwa ein „virtual private cloud“ (VPC) Peering zu RDS Database. Es lassen sich mehrere Instanzen starten.

Auf der deutschen Seite von AWS unter aws.amazon.com/de/products ist Lightsail nur als Link dargestellt. Eine deutsche Oberfläche gibt es offensichtlich noch nicht. Support gibt es nur in Form von Online-Dokumentationen.

750 Stunden gratis

Lightsail-VPS-Produkte sind billiger als die kleinsten verfügbaren EC2-Instanzen. Bereits ab 5 Dollar pro Monat erhält man 20 GB Speicher auf SSD mit einem Terabyte Datentransfer, einem Prozessorkern und 512 MB RAM. Die folgenden Abstufungen kosten 10 bis 80 Dollar im Monat und bieten 1 bis 8 G Arbeitsspeicher und bis zu sparsamen 2 vCores. Ein bis fünf Terabyte an Datentransfer ist inklusive, ebenso der DNS-Service. Einen Monat lang, beziehungsweise 750 Stunden lang (also auch 75 Stunden lang, wenn man 10 virtuelle Maschinen startet), kann Lightsail kostenlos ausprobiert werden, wenn man unter 1 TB Datentransfer im Testzeitraum bleibt: https://amazonlightsail.com.

Veröffentlicht von

Markus Käkenmeister

Interessiert an Technologie, Politik, Psychologie. Seit 2000 beruflich im Web (Internetbranche) als Marketing Manager und Product Manager Schwerpunkt Community/Dating, Hosting, Domains, Cloud

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