Warum Deutschland im Internet so rĂŒckstĂ€ndig ist

Magnetspeicher als Massensopeicher
Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat die „Digitale Agenda“ ausgerufen. Die Cebit 2016 war dafĂŒr ein schöner Anlass. Immer klarer wird selbst den notorisch technologiefernen Gruppen wie der der Berufspolitiker, dass einiges im Argen liegt. Deutschland hat den Anschluss verloren. Woran könnte das liegen?

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Was ist zu erwarten von „Google Post“?

google posts Startseite, ein neuer Dienst in den USA

Zur Zeit schreibt nur der eine Dienst vom anderen ab, ohne wirklich zu ergrĂŒnden, was der neue Google-Post-Dienst eigentlich leisten soll (Arstechnica, Google Watch Blog, Golem, Heise …).

Angeblich hat Google eine Möglichkeit geschaffen, dass einzelne User selbst Posts in die Google Suche zusteuern können. Die PrÀsidentschaftskandidaten in den USA sollen dies offensichtlich nutzen  können und Hillary Clinton nutzt es wohl tatsÀchlich. Zudem ist auch ein New Yorker Juwelier im hochexklusiven Kreis der Nutzer.

Wer fĂŒr Google Posts, was spĂ€ter aber gar nicht so heißen soll, freigeschaltet ist – und das sind wohl wirklich nur ganz, ganz wenige – hat ein Tool, mit dem sich eher kurze Textnachrichten verfassen und posten lassen, auch mobil.

google posts Startseite, ein neuer Dienst in den USA
So sieht die Startseite von Google Posts aus (google.com/posts)

Mit bestimmten Suchbegriffen erscheint eine Suchergebnisseite, die die „Google Posts“ Treffer im oberen Drittel der Webseite nebeneinander anzeigt. Der Block erinnert ein wenig an das Karussell bei Facebook im Newsfeed. Man kann direkt von der Suchergebnisseite diese kurzen Statements teilen oder per Klick auf einen Post eine Art Timeline-Ansicht öffnen.

Oben befindet sich ein Profilbild mit Hintergrund, darunter werden chronologisch die Posts gezeigt. Es sieht aus wie Twitter.

Auf jeden Fall wird anhand des Posts-Features deutlich, wie sehr sich die LĂ€nderversionen von Google unterscheiden. Die Ergebnisseite in den USA ist ganz anders strukturiert als die deutsche Seite. Die amerikanische Variante sieht sehr viel kuratierter aus (auch wenn da wohl niemand tatsĂ€chlich die Seite managt). Die Form der Ergebnisdarstellung ist deutlich vielfĂ€ltiger. Das wird bereits deutlich, wenn man in den Suchergebniseinstellungen auf „englisch“ umschaltet. Die Google Posts werden aber dennoch nicht gezeigt.

Google USA: Anders als deutsche Nutzer die Suchergebnisseite kennen

AuffĂ€llig ist in der englisch-amerikanischen Version aber der Kasten, der Newsfetzen oder Zitate der  Hauptthemen der Kandidaten zeigt. Offensichtlich werden bestimmte Newsfeeds und Elemente getaggt und entsprechend zugeordnet. Ein Ă€hnliches Element haben wir in der deutschen Suche von Google noch nicht gesehen. Die Suchergebnisseite zur Hessenwahl ist eher newslastig und zusammengemischt und aus allen möglichen Newsquellen wie Focus, Bild oder Stern, ganz so wie man es gewohnt ist. Von einer Ă€hnlich intelligenten Zusammenstellung und Sortierung von Informationen ist die deutsche Version sehr weit entfernt. Das funktioniert nicht mal besonders gut, wenn es um das Reizthema „FlĂŒchtlinge“ geht.

Experiment oder ein neuer Dienst vor der EinfĂŒhrung?

Gut, was könnte Google mit so einem Post-Feature weiter machen? Twitter gibt es schon, die Darstellung ist von Facebook geklaut. Zudem dĂŒrfte das Nutzungsverhalten bei Twitter und Facebook deutlich anders sein als bei der Google Suche. In den sozialen Netzwerken fĂ€hrt man immer wenn man Lust und Laune hat mal seine Timeline rauf und runter, liked und shared ein bisschen was. Die Google Suche bemĂŒht man bei einem akuten InformationsbedĂŒrfnis.

Kontrolle ĂŒber Content

Sicher ist auch dies der Versuch, den Content-„ZwischenhĂ€ndler“ auszuschalten. Der Politiker muss also nicht erst einem Journalisten einer Zeitung oder einer Fernsehstation ein Statement geben, sondern Google holt sich dieses direkt ab. Allerdings hat der Kandidat dann weniger unter Kontrolle, wie sein Statement veröffentlicht und gesehen wird, nĂ€mlich vielleicht gar nicht.

Knapp 70 Prozent der Deutschen nutzen einen der vier grĂ¶ĂŸten Freemailer

Mittlerweile ist die gute alte E-Mail wohl „in der Mitte der Gesellschaft“ angekommen, wie man so schön sagt. 81 Prozent der Deutschen nutzen diesen Internetdienst.

Vielen Menschen reicht eine anonyme Gratis-Mailbox ganz offensichtlich. Dabei könnte man mit einer E-Mailadresse, die zu einem registrierten  Domainnamen gehört, SeriösitĂ€t und VertrauenswĂŒrdigkeit vermitteln.

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Verzichtet Springer auf T-Online?

Man weiß eben nicht, ob dies nur Teil der Verkaufsverhandlungen ist, um die Erwartung bei der Telekom etwas zu senken. Oder ist Springer nun doch nicht am T-Online Portal interessiert?

Heute wurde die Übernahme als „unwahrscheinlich“ bezeichnet: http://www.heise.de/newsticker/meldung/Axel-Springer-Chef-Uebernahme-von-T-Online-sehr-unwahrscheinlich-2672106.html

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Ein paar praktische Erfahrungen aus der Webanalyse, besonders mit etracker

Beispielgrafik der Kampagnenberichte aus etracker

Etracker ist eigentlich ein gutes Webanalyse-Tool. Ich bin wahrscheinlich das, was man einen Poweruser nennt: Ich zĂ€hle zur Zeit ĂŒber 5.200 Logins in 5 Jahren, da macht im Schnitt ĂŒber 2,5 Login pro Tag – egal ob Montag, Sonntag oder Feiertag. Prinzipiell bin ich mit etracker sehr zufrieden. Doch ein paar  EinschrĂ€nkungen bei der Möglichkeit, Daten direkt mit dem Tool zu analysieren oder roh zu exportieren, nerven mich.

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German Angst ist heute Internetangst

Und: Jeff Jarvis bringt manche Dinge gut auf den Punkt. Die heutige German Angst ist Internetangst. So fĂŒhlt sich fĂŒr uns nun der alles ĂŒbergreifende Technik- und Kulturwandel an, den wir bestenfalls begleiten und ĂŒberleben können. Wir EuropĂ€er haben die – schöner politischer Ausdruck – „SystemfĂ€higkeit“ verloren. Wir können kein Internet.
 
Unsere Versuche (BTX) sind gescheitert und durch die – hĂ€ĂŸlicher technokratischer Ausdruck – „disruptive Intenettechnologie“ hinweggefegt worden.
 

Unsere eigenen AnsĂ€tze wurden zerstört, wegreguliert, aufgegeben. Nun beschweren wir uns, dass es keine deutsche Suchmaschine mehr gibt, wir der Überwachungstechnologie der anderen auf Gedeih und Verderb ausgesetzt worden sind.

Unser Bildungssystem war zu wenig adaptiv, die vorherrschende Geisteshaltung zu restriktiv („Geh doch lieber raus, Ball spielen„)