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BBC unter Beschuss – mal wieder

Es gibt einige Kreise in Groß Britannien, die die staatliche Rundfunkorganisation BBC mal wieder schlachten wollen. BBC ist die Abkürzung für British Broadcasting Corporation und ist für uns in Deutschland deswegen von Bedeutung, da die BBC sozusagen das Modell der Alliierten für die Rundfunkorganisation in Deutschland nach dem Zweiten Weltkrieg war.

https://www.rnd.de/medien/tantchen-bbc-in-der-krise-nach-enthuellungen-um-diana-interview-geht-es-der-anstalt-noch-schlechter-7CGDC2F375EC3HSQPXJDOPMKBU.html





Die Idee dabei war, um den durch die NAZIs gleichgeschalteten deutschen Rundfunk, was hauptsächlich Radio war, so zu organisieren, dass dieser nicht wieder so schnell als Propagandainstrument für radikale politische Kräfte eingesetzt werden kann. Man organisierte den Rundfunk – was damals eigentlich nur Hörfunk war – öffentlich-rechtlich. Das heißt: Eben nicht staatlich, statt dessen dezentral. Der Rundfunk soll in eigener, aber öffentlich kontrollierter Trägerschaft funktionieren. Finanziert wird der Rundfunk nicht mit Steuern, sondern mit einem Beitrag, den früher die GEZ, die Gebühreneinzugszentrale, abbuchte, wenn man sein Radio- oder Fernsehgerät angemeldet hat, was aufgrund eines Gesetzes Pflicht war. Heute wurde die GEZ in „Beitragsservice“ umgetauscht. Klingt immerhin etwas netter. Dafür muss inzwischen jeder Haushalt und jede Firma zahlen.

Das öffentlich-rechtliche System in Deutschland ist ähnlich unter politischem Druck wie das im Vereinten Königreich. Zu teuer, zu bürokratisch, zu unausgewogen – die Vorwürfe gleichen sich sehr. Speziell die kritische Brexitberichterstattung hat der BBC in der Regierung Johnson keine Freunde gebracht.

2022 soll das Modell überprüft werden, 2027 muss es Verhandlungen mit der Regierung geben. Einige Spar- und Entlassungsrunden hat die BBC bereits hinter sich. Nun steht die Umstellung auf ein Abomodell statt auf Beiträge zur Diskussion.

https://www.wuv.de/medien/internationale_expansion_koennte_die_bbc_retten

Dennoch: Die BBC ist eine Institution, die nicht so schnell fallen wird.

Es gab schon viele Angriffe, meist aus politischem Interesse heraus, oft auch aus wirtschaftlichem.

In den 80er und 90ern des letzten Jahrhunderts waren einige Pop-Produzenten wie Stock, Aitken und Waterman mit der Präsenz ihrer Werke in BBC-Radioprogramm nicht so ganz zufrieden und produzierten ein längliches Propagandavideo im 80’s-Trash-Popsongformat: „Who needs Pink Floyd, Dire Straits, it’s not our music, it’s out of date…“

Aus Sparmaßnahmen und aufgrund von öffentlichem Druck musste die BBC einige Assets auslagern, das Sendenetz zum Beispiel, das nur noch gemietet wird. Auch einige Radiosender standen zum Verkauf. Die Sparks haben das in einem Song verarbeitet.

Ist schon etwas her, aber bei einer Tour damals mit einem Journalistenverein durch diverse BBC-Organisationen gewann ich den Eindruck, dass das, was die BBC macht, sie schon ziemlich gut macht. Private stört die Konkurrenz natürlich, allen voran BSkyB. Vor der BBC hatte man Respekt. Sie haben viele Angestellte, Zugriff auf große Ressourcen und sind in Sachen Rundfunk- und Produktionstechnologie ganz vorne und weltweit gut vernetzt.

Seinerzeit stieg BBC, besonders der Auslandsdienst, in eine neue Form der Nachrichtenverbreitung aus britischer Sicht ein. Man produzierte sendefertige Newsbeiträge, die jede Station, die sie haben wollte, unentgeltlich verwenden konnte.

Im Web ist die BBC weniger prominent, aber doch reichweitenstark. Der Analyseservice Alexa sieht die Domain BBC.co.uk auf Platz 70 bis 80 unter den zehn Millionsten Websites weltweit.

Und das, obwohl das Internet, speziell das Web für einen mitteilungsbedürftiges und als ehemalige Kolonialmacht geprägtes Land wie gerufen zu sein scheint. Möglicherweise könnte ein Abomodell bei einer weltweiten Expansion durchaus erfolgreich werden. Erfahrungen sind vorhanden.




Digitalisierungschub 2020




Digitalisierungsschub 2020


https://markusserver.cloud/podcasts/feed.xml

Weitere Shownotes

Amazon AWS gewinnt in Q3 2020
https://www.cnbc.com/2020/10/29/amazon-cloud-revenue-jumps-29percent-in-line-with-expectations.html

Handelsblatt für Digitalisierungsschub

Bitcom über Digitalisierungsschub

Nextcloud – erweiterbare Online-Speicher und Kollaborationsplattform (Open Source)
Erweiterung Talk ermöglicht auch Videokonferenzen, Apps für IOS, Android im Playstore von Google.

Jitsi für Videokonferenzen (Open Source)

Corona Warn App
Seite des Robert Koch Instituts dazu.

Google DeepMind löst Falt-Problem (?)

Cyberpunk 2077 Spiel
Dystopische Szenerie: Die Zukunft ist buggy und verglitched

Distanzlernen in der Coronapandemie

Moodle (Courseware) als Kern von Distanzlernplattformen




Corona sorgt für Wachstum bei Cloud-Unternehmen

Die Coronakrise hat den Druck, die Geschäftsprozesse online abzubilden, beflügelt. Dies ist ein weltweiter Effekt. Sichtbar wird dies anhand der Geschäftsberichte von Unternehmen, die in den Sparten Domains, Server, Hosting und Applikationen tätig sind. Wix, GoDaddy, Ionos und AWS (Amazon) zählen dazu.



Website-Building im Aufwind

Wix.com ist ein israelisches Unternehmen mit Sitz in Tel Aviv. Produkt der Firma ist ein Webseitenbaukasten, der mit dem Browser bedient wird. Ähnlich wie beim deutschen Jimdo ist die Nutzung im Freemium-Modell kostenlos. Eine Website mit Wix zu erstellen, ist zunächst gratis. Einige unverzichtbare Funktionen kosten als Premium Features Geld. Dafür schließen die Kunden ein Abo ab.

Für das zweite Quartal des Krisenjahres 2020 berichtet Wix einen enormen Zuwachs an Usern.

https://www.nasdaq.com/press-release/wix-reports-outstanding-second-quarter-2020-results-2020-08-06

Der Umsatz bei Wix stieg von 236,1 Million US-Dollar. Im Vorjahreszeitraum waren es 185,4 Millionen. Das entspricht 27 Prozent mehr.

Wix unterteilt das Geschäft sin „creative subscriptions“ und „business solutions“. Im Quartalsvergleich sind nach Angaben von Wix 9,3 Millionen registrierte User dazugekommen. Nun befinden sich 182 Millionen registrierte User in der Nutzerdatenbank.

Applikationsgeschäft wächst bei GoDaddy am stärksten

Damit hat Wix den amerikanischen Branchenprimus GoDaddy ausperformt. Zwar berichtet Godaddy ebenfalls gestiegenen Umsatz, nämlich 806 Millionen US-Dollar. Das entspricht nur einem Plus von 9.4 Prozent im Vergleich zu Q2 im Jahre 2019.

https://aboutus.godaddy.net/newsroom/news-releases/press-release-details/2020/GoDaddy-Reports-Second-Quarter-2020-Earnings-Results/default.aspx

GoDaddy ist der weltgrößte Domainregistrar. Mit dieser Sparte berichtet das Unternehmen in Scottsdale, Arizona (USA) einen Umsatz von 369,66 Millionen Dollar (plus 10,5 Prozent). Die Hostingsparte, in der auch ein mit Wix vergleichbarer Webseitenbaukasten integriert ist, wuchs um 4,4 Prozent auf 292,2 Millionen Dollar.

Das größte Wachstum ist bei GoDaddy offensichtlich die Applikationssparte: Hier berichtet GoDaddy für Q2 einen Umsatz von 144,6 Million (plus 17,6 Prozent). In diesem Geschäftsbereich bündelt GoDaddy den Vertrieb von E-Mail- und Kollaborationsprodukten wie Open eXchange und Microsoft Office 365.

Recht verhalten entwickelte sich das internationale Geschäft. Das macht bei GoDaddy in Q2 266,1 Millionen US-Dollar aus (plus 7,4 Prozent), bereinigt man Wechselkursschwankungen, kommt man auf ein Plus von 9,9 Prozent.

Ionos wächst um 5,2 Prozent in Q2 2020

Die deutsche United Internet – Gruppe, die in diesem Geschäftsfeld mit der Marke IONOS auftritt, berichtet für Q 2 des Jahres 2020 einen Umsatz in „Business Applications“ (Hosting, Server, Domains, Webbuilder) von 234,6 Millionen Euro. Verglichen mit Q2 des Jahres 2019 (223,1 Millionen Euro) entspricht dies einem Plus von 5,2 Prozent.

https://www.united-internet.de/fileadmin/user_upload/pdf_meldungen/Q2_2020/United_Internet_Key_figures_H1_2020.pdf

AWS erstmals mit weniger als 30 Prozent Wachstum

Gegen das übermächtige AWS klingen die Umsatzzahlen von Wix, GoDaddy oder IONOS wie Makulatur. Für AWS berichtet Amazon in Q2 2020 einen Umsatz von 10,8 Milliarden US-Dollar, was einem Plus von 29 Prozent entspricht. Zwar wäre fairer, AWS mit den entsprechenden Sparten bei Google (Google Cloud) oder Microsoft (Azure) zu vergleichen, doch   Bemerkenswerterweise liegt in diesem Quartal bei AWS das Wachstum zum ersten Mal unter 30 Prozent seitdem Amazon diese Sparte extra ausweist. Branchenbeobachter sehen hier Zeichen für ein Ende des übermäßigen Wachstums.




Nextcloud ist der Open-Source-Gewinner der Corona-Krise

Während der Corona-Krise, also seit Frühjahr 2020, suchten Unternehmen und auch nichtkommerzielle Organisationen nach neuen Möglichkeiten gesucht, auf Distanz zusammenzuarbeiten. Mit Nextcloud, einen Spin-off von ownCloud sind viele fündig geworden.



Damit sich die Mitarbeiter nicht gegenseitig anstecken, war Homeoffice das Gebot der Stunde. Die Teammitglieder sollten oder mussten von zuhause aus arbeiten.

Für viele Firmen war die Situation absolut neu. Dabei kristallisierten sich drei Anforderungen heraus:

Mitarbeiter arbeiteten nun in unterschiedlichen Kontexten: Entweder im Home Office, im Mobile Office oder noch am Arbeitsplatz in der Firma. Alle benötigten ständigen Zugriff auf relevante Dateien.

Zusammenarbeit

Wichtig ist nicht nur, dass die Dateien abzurufen sind. Die berechtigten Mitarbeiter bearbeiten sie und jeder braucht die aktuellste Version.
Die Teammitglieder kommunizieren ständig miteinander. Sie stimmen sich permant ab, entwickeln Ideen und Konzepte, brauchen Input. Sie müssen auch auf Distanz miteinander effizient kommunizieren zu können. Der informelle Austausch wie er im Büro ständig stattfindet, muss sich verlagern lassen.

Für alle drei Bereiche gibt es digitale Tools. In der Corona-Krise müssen Teams online zusammenarbeiten. Microsoft Teams ist eines der beliebtesten Softwareprodukte dafür geworden. Wer Teams nutzen will, braucht ein Microsoft-Userkonto. Damit sind die Nutzer an die Bedingungen von Microsoft gebunden.

Es gibt aber auch quelloffene Lösungen. Unter den Open Source Angeboten ist Nextcloud aufgefallen. Nextcloud ist eng verwandt mit ownCloud. Tatsächlich war dies anfangs ein Projekt, das sich im Verlauf spaltete. Der Grund war, dass unterschiedliche strategische Ideen nicht mehr zusammenpassten. Zumindest sahen entscheidende Teammitglieder das so.

Im Grunde ist Nextcloud Hub, wie die Grundinstallation seit Version 14 heißt, ein Ersatz für beliebte kommerzielle Services: Dropbox, One Drive, Google Drive und einige mehr.
Nextcloud ist die Software, die einen eigenen Clouddienst realisiert. Nextcloud läuft auf einem eigenen Server, der am Internet hängt. Im Minimalfall genügt ein Webhosting-Account. Nextcloud erzeigt ein Frontend für den Browser. Wer mit dem Smartphone arbeiten will, nutzt die entsprechende App von Nextcloud oder ownCloud.

Je nach Teilnehmerzahl installiert man Nextcloud auf einem eigenen Server, einer virtuellen Maschine oder nur einem Webhosting-Account. Jeder User, der das laufende System gleichzeitig mit anderen nutzt, erzeugt mehr Last. Wenn nicht genügend Ressourcen vorhanden sind, arbeitet das System zu langsam.

Bei wenigen Users, vielleicht weniger als unter fünf, reicht ein Shared Hosting Account. Bei zehn bis zwanzig Usern ist eine virtuelle Maschine die bessere Wahl. Bei höheren Userzahlen führt am „eigenen Blech“, wie man sagt, kein Weg vorbei.

Oder: Nextcloud läuft in einer Public Cloud. Dann sind kaum noch Grenzen zu erreichen. Eine Public Cloud ist ein Verbund an Rechner, die dank Virtualisierung als Verbund arbeiten. In einem solchen virtuellen Umfeld ist das Skalieren kein Problem. Kunden können mehr Ressourcen an Speicherplatz, Arbeitsspeicher oder Prozessorkapazität (Rechenleistung) dazu buchen und wieder abbestellen. Public-Cloud-Anbieter rechnen pro Stunden, manchmal auch pro Minute ab.

Nextcloud läuft gut in einem LAMP-Umfeld (der Stack aus Linux Apache MySLQ PHP). Statt einem Datenbankserver wie MariaSQL oder MySQL kommt Nextcloud auch mit Sqlite zurecht. Auch andere Betriebssysteme außer Linux mit dem Apache-Webserver funktionieren. Doch LAMP ist sicher der am häufigsten anzutreffende Stack.

Unterschiede ownCloud und Nextcloud

Mittlerweile gibt es sichtbare Unterschiede zwischen ownCloud und Nextcloud. In Nextcloud finden sich mittlerweile viele Features für Colaboration und Online-Zusammenarbeit. Das bezieht sich nicht nur auf Dateien oder Ordner. Mit einer Erweiterung names Talk wird Nextcloud zum Ersatz für Zoom. Damit sind Chats und Videokonferenzen machbar.

So kommen onwCloud und Nextcloud auf den Server

Für eine LAMP-Installation reicht es, das Installationspaket herunterzuladen. Eine andere Methode ist, einen fertigen Stack auf Betriebssystem und Applikation zu nutzen.

Docker und Kubernetes

Die fertigen Stapel gibt es bei Bitnami in unterschiedlicher „Verpackung“ und „Geschmacksrichtung“. Die Stacks sind in Containern oder virtuellen Maschinen verpackt. Die üblichen Container-Formate sind Docker und Kubernetes.
Nextcloud für Docker: https://hub.docker.com/_/nextcloud
Nextcloud als VM in verschiedenen Formaten: https://www.turnkeylinux.org/nextcloud
ownCloud für Kubernetes https://bitnami.com/stack/owncloud

Es stellt sich die Frage, warum es keine Nextcloud-Cloud-Container bei Bitnami gibt. Bitnami ist als Anbieter von Open-Source-Stacks bekannt geworden. Heute gehört Bitnami zu VMWare.

Es gibt eine etablierte Zusammenarbeit zwischen Nextcloud und IONOS (ehemalig 1&1).

Von einer Exklusivität ist in der Pressemitteilung zwar nicht die Rede. Dennoch ist der Zusammenhang auffällig.




Corona – wie ein (biologisches) Virus die Techbranche durcheinander bringt

Alleinselbständige, kleine und größere Teams freuen sich über das Open-Source-Kollaborationstool Nextcloud: Dateien teilen, Konferenzen, Office-Anwendungen

Von der Coronakrise ist aktuell fast jeder betroffen. Viele Konferenzen und Tech-Events wurde abgesagt, Mitarbeiter arbeiten im Home Office und müssen mit ihren Teams in Kontakt bleiben. Nextcloud ist eine Open-Source-Webanwendung und kann dabei helfen. Eventuell gibt Corona der überfälligen „Digitalisierung“ der Gesellschaft und der Arbeitswelt sogar einen Push.




GoDaddy kauft Uniregistry

Zu einem nicht genannten Preis übernimmt das amerikanische Hostingunternehmen GoDaddy den New-Top-Level-Domainbetreiber Uniregistry, allerdings nicht den Unternehmensteil Registry, sondern nur das Registar-Geschäft bei dem mit 350.000 Domainnamen verwaltet werden. Uniregistry betreibt einige neue Top Level Domains selbst, vertreibt aber auch viele andere.

Uniregistry war in der Vergangenheit durch starke Preiserhöhungen für bestimmte Top Level Domains aufgefallen. In Folge dessen haben viele Registrare den Vertrieb von Uniregistry-Domains eingestellt. Dazu gehörte Tucows und auch GoDaddy.

Das teilten beide Unternehmen am 11.Februar 2020 mit. Wie aus verschiedenen Veröffentlichungen hervorgeht, wird GoDaddy wohl eine tiefe Integration in den „Aftermarket“ (Marktplatz für Domainnamen) anstreben.
Zugleich kündigt GoDaddy auch die Übernahme von Brandsight an (https://brandsight.com/posts/the-opportunity-ahead/). Brandsight ist ein Service mit Tools zur Registrierung und Verwaltung von vielen Domainnamen im Corporatebereich.




re:Invent 2019: AWS startet Quantum Computing as a Service

Eine der Ankündigungen, die Amazon während der diesjährigen re:invent-Veranstalzung in Las Vegas verlauten ließ, betraf einen Service, mit dem man Rechenzeit auf Quantencomputern buchen kann. Amazon Braket heißt der neue, spektakuläre Dienst.



„Chief Evangelist“ Jeff Barr verweist in seinem Blogbeitrag auf einen jahrzehntealten Aprilscherz. Was einst lustig gemeint war, scheint Wirklichkeit geworden zu sein: Wissenschaftler, Forscher oder Entwickler können nun beginnen, praktische Erfahrungen mit Quantencomputern zu sammeln. Quantenmechanische Zustände können als Vektoren in einem Hilbertraum ausgedrückt werden. Eine gängige Auszeichnung dafür ist „bra-ket“. Diese Art, solche Zustände zu notieren, gab dem AWS-Dienst seinen Namen.

https://aws.amazon.com/de/blogs/aws/amazon-braket-get-started-with-quantum-computing/

Bei Amazon Braket ermöglicht einen praktischen und experimentellen Umgang mit Qubits und entsprechenden Aufbauten. Es sollen sich diese Schaltkreise zunächst aufbauen und simulieren lassen, wobei die Anordnung dann tatsächlich auf einem Quantencomputer ausgeführt werden kann. Optisch erinnert die grafische Schnittstelle an ein Eingabefenster wie man es von R oder Mathlab bzw. Octave kennt.

Darstellung der Funktionsweise laut AWS

Abläufe lassen sich als Python Skripte schreiben. Als Quantencomputer sollen Apparate von D-WaveIonQ und Rigetti verfügbar sein.

Aktuell kann man sich nur für einen Preview registrieren.

Mit Amazon Braket unterstreicht AWS seine Fähigkeit zu Innovationen im Bereich Computing as a service. Daneben hat AWS am Dienstag noch viele weitere Innovationen vorgestellt.

Andy Jessy, CEO von Amazon Web Services (AWS) sieht für seinen Service einen Marktanteil von 47,8 Prozent. Laut dieser Darstellung folgen Microsoft, Alibaba und Google mit deutlichem bis großem Abstand.

Wie Jassy beim re:Invent weiter ausführte, habe AWS die Hypervisor-Software auf neue technologische Beine gestellt. Nitro System nennen sie die neue Version. Außerdem bringt AWS eine neue Generation von ARM-Prozessoren in die Server.

Die neuen Graviton.Chips sollen die EC-Instanzen günstiger machen. Angeblich können Kunden mit bis zu 45 Prozent Ersparnis im vergleich zu x86-basierten Intel i5-Chips rechnen.

Die für Amazon in 6nm-Technologie produzierten „Neoverse“-Silizium-Chips bieten im Service bis 64 virtuelle Kerne.

Damit stellt sich die Frage, welche Workloads oder Bedarfe AWS hier auf Kundenseite sieht. Ganz klar adressiert AWS hier den Bedarf im Maschinenlern-Bereich, insbesondere in der Betrechnung von Vorhersagen, nicht so sehr für das Training von neuronalen netzen oder andern ML-Algorithmen. Wie AWS darstellt, entfällt der Löwenanteil an Kosten auf die Inferenzberechnungen, die mit den neuen Chips nun günstiger werden sollen.

AWS setzt weiter und verstärkt auf die Containertechnologie Kubernetes und weitet den „serverless“-Komfort, den AWS Fargate Dienst bisher schon bot, aus. Die Kunden sollen sich keine Gedanken mehr über CPU-Kerne und Anbindung machen müssen. Sie sollen einfach spezifizieren, welche Anwendung oder welchen Stack sie einsetzen wollen.

Dies gilt auch für Datenbanktechnologien. AWS stellt sich offeniv gegen proprietäre Technologien wie Windows oder Oracle und setzt auf Open Source.




Weitere 300 Millionen Dollar Venture Kapital für Automattic – diesmal von Salesforce

Im Rahmen einer Serie-D-Finanzierung fließen der Betreiberfirma von WordPress.com weitere 300 Millionen US-Dollar zu. Als neuer Investor gesellt sich nun Salesforces Ventures zu den bestehenden Geldgebern True Ventures, Tiger Global Management, Insight Partners und Iconiq Capital. Damit steigt der Unternehmenswert von Automattic auf nun 3 Milliarden US-Dollar. 2014 war Automattic mit 1,2 Milliarden Dollar bewertet worden.



Auch die Liste der von Automattic herausgegebenen Plugins und Tools hat sich verlängert und das kommerzielle WordPress-Ökosystem wächst. Bekannte Automattic-Plugins und Zusatzfunktionen sind Jetpack, Akismet und WooCommerce. Daneben gehören auch Tools wie Longreads, Simplenote und CloudUp. sowie GlotPress und Crowdsignal (ehemals PollDaddy). Erst im August 2019 hat Automattic ZBS CRM übernommen.

Im Frühjahr startete Automattic eine Kollaborationsplattform unter „Happy Tools„. Daher lässt die Beteiligung von Salesforce (marktführender CRM-Anbieter) aufhorchen.

Für Salesforce könnte eine solche nicht gerade ganz kleine Beteiligung durchaus strategische Bedeutung haben.

Mit WordPress laufen auf über 30 Prozent aller Websites weltweit. Die WordPress-Software ist zwar eine Open-Source-Plattform, die man selbst auf unabhängigen oder eigenen Servern betreiben kann. Viele Installationen sind jedoch mittels mindestens eines der Automattic-Plugins oder -Funktionen mit der kommerziellen WordPress-Ökosystem auf irgendeine Weise verbunden, sei es über Sicherheitsfeatures oder Backuplösungen. So lassen sich die Nutzer und Seitenbetreiber auch über die selbstgehostete Plattform erreichen.

Wie eine Upselling-Idee funktionieren kann, erleben Seitenbetreiber, die Akismet (gegen Kommentarspam) aktiviert haben und Google Ads im Rahmen von Adsense auf der Seite schalten. Zirka eine Woche nach Aktivierung flattert eine E-Mail ins Mailpostfach mit dem Hinweis, die kostenlose Version von Akismet sei nur für nichtkommerziellen Gebrauch bestimmt und man müsse schon nun auf ein Bezahl-Modell upgraden, sonst werde die Lizenz gekündigt und der Lizenzcode ungültig.

Automattic betreibt unter wordpress.com einen eigenen Hostingdienst, der sich eher an Betreiber kleinerer Auftritte wendet. Die Enterprise-Variante dazu firmiert unter WPVip. Capgemini und New York Post gehören laut Website bereits zu den namhaften Kunden.

Als Webpublishing-Plattform lässt sich Automattic mit Squarespace vergleichen, einem kommerziellen Dienst, der 2017 mit 1,7 Milliarden US-Dollar bewertet wurde. Das ursprünglich israelische Unternehmen Wix, 2006 gegründet und an der elektronischen US-Börse Nasdaq gelistet, kommt auf einen Marktwert von etwas über 6 Milliarden US-Dollar. Das deutsche Jimdo mit ähnlichem Geschäftsmodell und Sitz in Hamburg mit Büros in Francisco und Tokio ist nicht an der Börse vertreten. Jimdo weist für 2017 eine Bilanzsumme von 19,4 Millionen Euro aus, spielt also in einer anderen Liga.




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