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GoDaddy kauft Uniregistry

Zu einem nicht genannten Preis übernimmt das amerikanische Hostingunternehmen GoDaddy den New-Top-Level-Domainbetreiber Uniregistry, allerdings nicht den Unternehmensteil Registry, sondern nur das Registar-Geschäft bei dem mit 350.000 Domainnamen verwaltet werden. Uniregistry betreibt einige neue Top Level Domains selbst, vertreibt aber auch viele andere.

Uniregistry war in der Vergangenheit durch starke Preiserhöhungen für bestimmte Top Level Domains aufgefallen. In Folge dessen haben viele Registrare den Vertrieb von Uniregistry-Domains eingestellt. Dazu gehörte Tucows und auch GoDaddy.

Das teilten beide Unternehmen am 11.Februar 2020 mit. Wie aus verschiedenen Veröffentlichungen hervorgeht, wird GoDaddy wohl eine tiefe Integration in den „Aftermarket“ (Marktplatz für Domainnamen) anstreben.
Zugleich kündigt GoDaddy auch die Übernahme von Brandsight an (https://brandsight.com/posts/the-opportunity-ahead/). Brandsight ist ein Service mit Tools zur Registrierung und Verwaltung von vielen Domainnamen im Corporatebereich.




PricewaterhouseCoopers will Domain-Whois für Rechteinhaber, Anwälte und Strafverfolger realisieren

Die Wirtschaftsprüfungs- und Beratungsgesellschaft PricewaterhouseCoopers hat unter der Bezeichnung „TieredAccess“-Platform einen Dienst vorgestellt, mit dem nicht-öffentliche Domaininhaberdaten von einem eingeschränkten Kreis an Personen und Institutionen abgerufen werden können.



Mit der Einführung der Datenschutzgrundverordnung in Europa ist die Veröffentlichung der Inhaberdaten von Domainnamen schwierig geworden. Die Internetverwaltungsorganisation ICANN musste hastig neue Prozesse einführen, um nicht gegen das neue europäische Datenschutzrecht zu verstoßen.

Erst Anfang Dezember 2017 hat der Präsident/CEO der ICANN Goran Marby via Blogbeitrag das Thema mit hoher Priorität auf die Tagesordnung für 2018 gesetzt. Zeitgleich erschien ein Memorandum der beauftragten schwedischen Rechtsberatung Hamilton, in der ein sogenanntes Layered Access Model vorgeschlagen wird: Es sollte noch öffentlich zugäbgliche Informationen zu einer Domain geben, weitergehende Informationen sollten aber denjenigen Gruppen und Personen vorbehalten sein, die ein nachzuweisendes Interesse daran haben, diese Daten zu bekommen. Eine technische Lösung gab es nicht.

Mittlerweile gibt es kaum noch öffentlich zugängliche, konkrete Informationen, wem eine Domain gehört (Inhaberdaten mit Anschrift, admibnistrativer Kontakt ect.) und wer die gegebenenfalls zugeordneten Server betreibt. Eigentlich war dies eines der vertrauensbildenden Elemente, wenn man es als Webseitenbesucher oder E-Mail-Empfänger mit Domainamen zu tun hatte, die man nicht kennt und ein wesentlicher Vorteil gegenüber Freemailern oder Kommunikation über Social Communities.

Insofern gab es im Domainbereich eine Art „Klarnamenpflicht“, wie sie in der Politik in Zusammenhang mit Social Media immer mal wieder gefordert wird, um bei Hassrede und Drohungen Ross und Reiter benennen zu können. Zwar schreibt das deutsche Telemediengesetz (TMG) vor, eine Impressum auf einer Website zu haben, im Falle einer E-Mail greift dies aber nicht, da das Gesetz den Mediencharakter von Webangeboten im Auge hat.

DSGVO machte offenes Domain-Whois rechtlich unmöglich

Obwohl nun keine Inhaberdaten über Whois-Dienste mehr abgefragt werden können, gibt es immer noch viele durchaus berechtigte Interessen, die Inhaberdaten zu einem Domainnamen zu erfahren. Zwei wesentliche Pressuregroups, die ihr Interesse an solchen Informationen aufgrund vorhandener Ressourcen auch durchsetzen können, sind Inhaber von Urheberrechten und Marken.

So können Strafverfolgungsbehörden und Anwälte, die Verstöße gegen Urheberrechte und Markenschutzverletzungen verfolgen diese Domaininhaberdaten bekommen. Wie Domainincite.com berichtet, hat die hierzulande als Wirtschaftsberatungsunternehmung bekannte Firma Pricewaterhouse Coopers (PwC) eine Plattform vorgestellt, die als „TieredAccess Platform“ benannt wird. Kunden können über diesen Dienst nichtöffentliche Domaindaten anfordern, wobei PwC die Prüfung übernimmt, ob die anfragende Person oder Institution eine entsprechende Berechtigung hat oder ein berechtigtes Interesse nachweisen kann.

Gatekeeperfunktion für Domain-Whois-Daten

PwC sieht zwei Kundenzielgruppen für den neuen Service: Registries und Registrare für gTLDs und ccTLDs können mit der TieredAccess-Platform Informationen DSGVO-kompatibel öffentlich bereitstellen und gleichzeitig weitergehende und nicht-öffentlich zugängliche Informationen und Daten für berechtigte Requestors anlegen.

Die andere Nutzergruppe sind eben diese Requestors, die nicht öffentliche Daten zu Domainnamen abfragen wollen. Aktuell fährt PwC eine Testphase und begrenzt die Nutzergruppe auf Anwaltskanzleien, Rechtsvertreter, Markeninhaber und Sicherheitsexperten.

Die Nutzer müssen sich registrieren und werden, wie es heißt, manuell oder automatisch, verifiziert, mittel “ state-of-the-art and trusted methodologies and tools“ (PwC Website Text). Danach können Anfragen an das System gestellt werden. Die Begründung, weswegen die Anfrage berechtigt ist, kann, wie es bei Domaincite heißt, aus 43 Vorlagen ausgewählt werden. Die Abfragen werden automatisch ohne menschliches Zutun abgearbeitet und als Vorgang gespeichert, nicht jedoch die personenbezogenen Daten. Diese werden angeblich nur kurzzeitig gespeichert.

Kauft ICANN den TieredAccess-Service von PwC?

Damit wird PwC eine Art „gatekeeper“ für Daten und Informationen, die eigentlich zum Betrieb des Internets notwendig sind und allgemein verfügbar sein sollten. Eine lange Zeit waren entsprechende Informationen fast schon Open Data, wenn auch – aus Datenschutzgründen – nicht Public Data. Sicher wird dieser Service von PwC nicht kostenlos sein, auch wenn auf der zugehörigen Website noch keine Preise genannt werden. Möglicherweise wird die ICANN den von PwC entwickelten Dienst aber auch zu einem passenden Zeitpunkt einfach kaufen.

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Wer bekommt .amazon?

Seit Jahren schon schwelt ein Streit um die Zuteilung der Top Level Domain .amazon. Gerne hätte Jeff Bezos Konzern diese Top Level Domain. Doch der Begriff Amazon steht auch für den Regenwald und den Fluss in Südamerika.



Seit einiger Zeit sind sogenannte Dot-Brand-Domains möglich. Damit können Unternehmen ihren Namen oder einen Produktname als Top Level Domainname in das Domain Name System zu bringen.

Einige weltweit agierende Unternehmen mit entsprechenden Marken nutzen dies, wenn auch nur in sehr geringem Maß. Google zählt dazu, Microsoft, McDonalds, Visa und viele andere, wie die Seite www.makeway.world dokumentiert. Auch Amazon ist vertreten, allerdings nicht mit dem vollen Namen, sondern mit „AWS“ (Amazon Web Services“.

Politisches Hickhack: Länder und Regionen gegen wirtschaftliche Interessen eines US-Unternehmens

Es verwundert, dass gerade der Internetgigant keine eigene Top Level Domain verwendet. Am Geld scheitert es bei Amazon nicht. Es geht um Politik: Besonders zwei Länder sind dagegen, die Top Level Domain .amazon als DotBrand-Domain für Amazon zu delegieren: Brasilien und Peru weisen darauf hin, dass „amazon“ ein geographischer Begriff sei und .amazon doch besser für die Amazonas-Region in Südamerika reserviert bleiben sollte.

Man könne, so hieß es von beiden Staaten, „.amazon“ und „Amazona“ – gemeint ist das verwechseln. Diese Begründung klingt nicht hundertprozentig plausibel. Der Widerstand südamerikanischer Staaten, dem großen US-Konzern Amazon die Domain .amazon zukommen zu lassen, kann damit zusammenhängen, dass im Zuge der Snowden-Enthüllungen amerikanische Spionageaktivitäten gegen brasilianische Bürger aufgedeckt worden sind. Das hat vielleicht für Verstimmung gesorgt.

Ein Ausschuss (der Independent Review Process Panel, kurz: IRP hat vor einigen Jahren schon über die vorgebrachten Bedenken befunden und diese als unbegründet zurückgewiesen. Das Governmental Advisory Committee der Internetverwaltungsorganisation ICANN, in dem die Länder der Erde vertreten sind, hat beschlossen, dass Amazon die Top-Level-Domain nicht haben soll.

Amazon hat weitere Vorstöße unternommen. Man möge doch handeln, schrieben Amazon-Manager in einem Brief an ICANN, schließlich habe man versucht, mit Peru und Brasilien Einigungen zu finden. Zudem hätten auch andere Marken Namensähnlichkeiten mit Regionen, Ländern oder Städten.

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Marketingeffekte

Die Einrichtung einer DotBrand-Domain für Amazon hätte sicher Vorteile, abgesehen von den Marketingmöglichkeiten: Wenn das Unternehmen konsequent unter dieser Adresse im Netz kommunizieren würde, hätten es Phisher deutlich schwerer. Dann könnte man die Echtheit einer Mail oder einer Landeseite besser überprüfen.

Außerdem dürfte eine Dot-Brand-Domain .amazon den anderen neuen Top Level Domains einen gewissen Schwung verleihen. Internetuser scheinen die neuen Top Level Domain, die inzwischen gar nicht mehr so neu sind, nicht zu mögen. Teilweise werden Domainnamen, die mit anderen Top Level Domains als die altgewohnten enden, wie etwa .de, .com, .org argwöhnisch betrachtet und manchmal auch nicht einmal als Domain erkannt.

Noch stehen Dot-Brand-Top-Level-Domains nicht so hoch im Kurs. Selbst Inhaber solcher Domains gehen zögerlich damit um und nutzen sie, wenn überhaupt nur um auf Unterseiten oder Länderversionen des Gesamtauftritts zu redirecten. So verweist ai.aws auf https://aws.amazon.com/de/ai, wo die KI-Dienste der AWS-Coud promotet werden.

Insgesamt scheinen sich Inhaber der Dot-Brand-Domains informationsarchitektonisch damit schwer zu tun, ihren multilingualen Content zu präsentieren. Zu den wenigen, die mehr oder weniger intensiv die Dot-Brand TLD einsetzen, gehört die Deutsche Post mit DHL. Unter logistics.dhl findet man dedizierten Webcontent und nicht nur eine Weiterleitung. Die regionalen Sprachversionen werden als Verzeichnis abgebildet, zum Beispiel so: www.logistics.dhl/de-de/home.html .

Canon verfährt ähnlich mit global.canon. Andere internationale Konzerne, die erst euphorisch dabei waren, haben ihren Antrag auf Zuteilung einer eigenen Top Level Domain wieder zurückgezogen.

ICANN hat entschieden, südamerikanische Staaten geben noch nicht auf

Im Mai 2019 sah es so aus als würde Amazon die begehrte Top Level Domain nun bekommen. Man habe seitens Amazon zugesichert, keine Domainnamen unter .amazon zu nutzen, die einen klaren geographischen Bezug herstellen würden. Einige könnten verwendet werden, um der Amazonasregion mehr „Sichtbarkeit“ zu verleihen. Nun berichtet domain-recht.de von einer Beschwerde südamerikanischer Staaten gegen die jüngste ICANN-Entscheidung in dieser Sache. Noch läuft die 90-tägige Frist, während der die ICANN-Entscheidung kommentiert werden kann.




ICANN: Schlüsselupdate für DNSSEC verschoben

Eigentlich wollte die ICANN am 11.Oktober 2017 einen sogenannten KSK Rollover für die Root Zone des Domain Names Systems (DNS) ausführen. Ein KSK Rollover bedeutet, dass ein neues Schlüsselpaar erzeugt und der öffentliche Teil davon verteilt werden muss.

Dies ist im Zusammenhang mit DNSSEC (Domain Name System Security Extension) aus Sicherheitsgründen notwendig, so ähnlich wie man auch zuhause ab und an mal die Passwörter ändern sollte, heißt es in einem ICANN-Dokument.

Es liegt in der Natur der Sache, dass an diesem Prozess sehr viele Organisationen beteiligt werden müssen, eigentlich alle, die validierende Resolverdienste einsetzen. Internet Service Provider gehören dazu, ebenso Administratoren von Firmennetzwerken, Softwareentwickler, Systemintegratoren, Distributoren. Ziel ist, die Vertrauenswürdigkeit der Daten in der Root Zone sicherzustellen.

Dies ist der erste Austausch der Schlüssel seit der Einführung des KSK-Verfahrens 2010. Mit dem KSK-Schlüssel (KSK steht für Key Signing Key) werden die wichtigen Zone Signing Keys signiert, mit denen wiederum mittels DNSSEC die Root Zone des globalen Domain Name Systems des Internets signiert werden.

Wenn die Verteilung des öffentlichen Teils des KSK-Schlüssels nicht reibungslos von statten geht und Server, die Domainnamen zu IP-Adressen auflösen die neuen Schlüssel nicht verwenden, können keine DNSSEC-abgesicherten Antworten geliefert werden. Das Ergebnis der  Namensauflösung ist dann gegebenenfalls nicht valide und ist damit ungültig.

Ende September meldete die ICANN, dass der Wechsel der Schlüssel verschoben werde.

Als Grund hieß es, dass ein größerer Teil der betroffenen Systeme noch nicht bereit sei. Die Auswertung aktueller Daten, die man mit Hilfe eines erst kürzlich eingeführten DNS-Protokoll-Features gewonnen hätten, legten dies nahe. Mit dem neuen Feature können namensauflösende Server den Rootzone-Servern zurückmelden, für welche Schlüssel sie konfiguriert sind.

Offenbar gibt es mit einem Programm, das auf vielen Servern eingesetzt wird, Probleme mit der Konfiguration, da sich die Schlüssel nicht richtig aktualisieren lassen. Die Ursache wird noch untersucht.

Das Risiko nicht funktionierender Namensauflösung, wenn DNSSEC eingesetzt wird, wolle man nicht eingehen.

Ein neues Datum gibt es noch nicht.




Ein großer Schritt für .tech

Man hat den Eindruck, niemand mag die neuen Top Level Domains so richtig: Viele Dotbrand-Domain-Anwärter treten vom Antrag zurück, User sind skeptisch gegenüber Domains mit neuen Endungen und Marketingleute vermuten, dass man Domains unter einer nTLD überhaupt nicht als Webadresse erkennt, wenn man diese irgendwo hin schreibt.

Einer der bekanntesten Marketing-Gurus in den USA setzt dennoch mit einem neuen Vorhaben gezielt auf eine neue Top Level Domain: Hollywood.tech.

Auch Domainer, also Domainhändler, Domaingrabber und Domainspekulanten, ärgern sich zumindest teilweise über die neuen Domainendungen.

So können Kunden, die einen bestimmten Begriff im Domainnamen haben wollen, auf eine neue Endung ausweichen, wenn die traditionellen belegt sind – was oft der Fall ist.

Außerdem machen die Registries das Geschäft mit attraktiven Domainnamen selbst. Sie bepreisen Domainnamen mit der Top Level Domain, die sie betreuen gleich selbst mit Mondpreisen.

Jetzt hat Sheeraz Hasan, der in den USA als „Marketing and Advertising genius“ gilt, eine neue Site aufgesetzt, die unter Hollywood.tech erreichbar ist.

Die Agentur hinter Hollywood.tech will eine Brücke zwischen Hollywoold-Promis, Influencern und Technologieunternehmen herstellen.

Hasan ist bekannt für sein glückliches Händchen bei der Vermittlung von Stars und Influencern für die Kommunikationsbedürfnisse großer Unternehmen. Die Promis äußern sich dann über Medien und Social Media, was den Messages dieser Firmen zu großer Reichweite verhilft.

Nach einem Bericht auf CircleID kommt Hasan mit seinen Celebs auf eine Reichweite von drei Milliarden Leuten.

Zu „seinen“ Promis gehören Kim Kardashian, Justin Bieber und Selena Gomez.

Mit der neuen Marke, Hollywood.tech zielt Hasan ganzgezielt auf Technologieunternehmen ab. Sein Statement dazu:

„What is better than www.hollywood.tech as the name for a website that brings together two vastly successful giants of our modern world: Hollywood and Technology! The name is concise yet descriptive, and just perfect for my business debut in the tech sector.”

Bleibt zu hoffen, dass die neuen Top Level Domains doch noch ihre Berechtigung finden.

Wenn Name, einschließlich Domainname und -endung sowie die Art des Vorhaben zusammenpassen, machen auch Domainnamen unter einer neuen TLD Sinn.

 

 




ICANN geht davon aus, dass innerhalb des nächsten Jahres 750 Domain-Registrare verschwinden

Bei der ICANN sind aktuell 2.998 Registrare vermerkt – nicht zu verwechseln mit Registries, die einzelne oder mehrere Top Level Domains betreiben. Registrare übernehmen im Kundenauftrag die Registrierung von Domainnamen und kümmern sich um die formellen und rechtlichen Anforderungen.

Bei der Planung des Finanzjahrs 2018 geht die ICANN davon aus, dass pro Quartal 250 von diesen Registraren ihre Geschäftstätigkeit einstellen. Über diese Schätzung berichtet Domain Incite und The Circle.Dabei müsse man berücksichtigen, dass sich diese große Zahl von 2.998 Registraren auf 400 „Registrar-Families“ zurückführen lässt. Domainexperte Kevin Murphy vermutet zudem, dass es weltweit vielleicht drei große Unternehmen, die hinter diesen 400 Einheiten stehen, die alleine zwei Drittel des Geschäfts abwickeln, nämlich Web.com mit Namejet und SnapNames, Pheenix sowie TurnCommerce mit DropCatch.com. Auch in diesem Teil der Branche waren Konzentrationswellen zu beobachten.

Im Domaingeschäft geht es um Zeit. Wird eine Domain de-registriert, aus welchen Gründen auch immer, geht es um Millisekunden, die bleiben, um sie schnell wegzuschnappen und diese zum Teil später für einen hohen Preis weiterzuverkaufen. Je mehr Domaindaten man unter Kontrolle hat und frei werdende Domains findet und je schneller man reagieren kann, desto größer der Vorteil. Drop-Catching nennt man das.

Bekannt geworden ist die Zahl wohl während des jüngsten ICANN-Meetings in Südafrika. Die Akkreditierungskosten, die die ICANN für die Registrare erhebt, betragen 4.000 US-Dollar.




Seltenheitswert: .com-Emoji-Domain für 3.400 Euro gehandelt

Von wegen, Emoji-Domains bringen’s nicht: Domaincite.com meldet den Transfer einer angeblich 16 Jahre alten Emoji-Domain unter .com für 3.400 Euro über Sedo.

Es handelt sich den Domainnamen xn--v4h.com, der als Bild das Peacezeichen darstellt. Angesichts der Seltenheit und des angeblichen Alters der Domain erscheint der Preis sehr, sehr günstig.

Punycode Converter
Mit dem Punycode-Konverter unter https://www.punycoder.com/ kann man Emoji-Domains auch als Standardzeichenkette mit den Zeichen a bis z, 0 bis 9 und „-“ darstellen.

Dies ist nach Recherchen von Michael Cyger, einem Domaininvestor, einer der drei ältesten .com- und .net-Emojis.

Alle drei wurden angeblich am 19.4.2001 registriert, was eigentlich nicht sein kann, auch wenn es in den Whoisdaten so steht, da diese Umschreibungsstandardisierung mit „xn--“ seinerzeit noch gar nicht so festgelegt war. Bei der Definition der Erkennungszeichenkette habe man willkührlich auf „xn“ zurückgegriffen und entsprechende existierende Vorkommen unter der TLD .com überprüft.

Solche Domainnamen mit ASCII-Umschreibung wurden erst später möglich, schreibt Kevin Murphy auf Domaincite.com. In einem alten Heise-Online-Beitrag ist auch zu lesen, dass Internationalized Domainnames ohne lateinische Zeichen wie http://وزارة-الأتصالات.مصر/ (http://xn—-rmckbbajlc6dj7bxne2c.xn--wgbh1c/) erst 2010 online gingen.

Die Domain wird korrekt aufgelöst und leitet derzeit weiter auf Sonshi.com:
Sonshi ☮ Educational Resource for Sun Tzu’s The Art of War




Auch Tucows vertreibt keine neuen Top Level Domains von Uniregistry mehr 

Tucows gehört zu den größten Domainregistraren und betreibt mit OpenSRS ein Resellerprogramm. In den vergangenen Tagen erhielten die Reseller die Mitteilung, dass neue Top Level Domains mit den Endungen .audio, .juegos, .diet, .hiphop, flowers, .guitars, .hosting, .property und .blackfriday nicht mehr im Angebot sein werden. Andere Top Level Domains der Uniregistry, bei denen die jüngsten Preiserhöhungen nicht so drastisch ausgefallen sind, bleiben im Angebot. Ein Blogbeitrag auf opensrs.com thematisiert diesen Vorgang ebenfalls. Grund ist die Preispolitik der Registry.

Domainnamen mit diesen Endungen können via OpenSRS ab 8.9.2017 nicht mehr registriert werden. Wie es heißt, können bestehende Domains mit diesen Endungen über OpenSRS auch nicht mehr verlängert werden. Dienstleister, die über OpenSRS solche Domainnamen registrieren ließen, müssen jetzt die Endkunden informieren.

Hintergrund dieser Entscheidung dürften massive Preiserhöhungen sein, die das Unternehmen, das diese Top Level Domains verwaltet, Uniregistry, vor einiger Zeit angekündigt hat.  Einen ähnlichen Schritt hatte bereits GoDaddy vollzogen. Danach hat sich Uniregistry bewegt und zugesichert, bereits existierende Domainnamen unter diesen Endungen zu bisherigen Konditionen zu verlängern.

Einige andere Uniregistry-Top-Level-Domains bleiben aber auch bei Tucows im Angebot, da bei diesen die Preiserhöhungen etwas weniger drastisch ausfielen. Dazu gehören .click und .link.

Uniregistry hatte die Preiserhöhungen für neu registrierte und zu verlängernde Domains damit begründet, dass man den Bestand langfristig sichern müssen. Man hat darauf abgezielt, dass Unternehmen gleich für zehn Jahre im Voraus die entsprechenden Domainnamen verlängern. Für diese langfristige Verlängerung gäbe es dann hohe Rabatte während die jährliche Verlängerung ungewöhnlich teuer ist. Domain-Projekte auf so lange Zeit anzulegen ist allerdings im schnelllebigen Web weniger üblich.

Domainkunden neigen dazu, nicht die Betreiber der Top Level Domains für die Preispolitik verantwortlich zu machen, sondern die Registrierstelle oder den Hostinganbieter, bei denen sie die Kosten bezahlen müssen. Oftmals ist auch hier noch ein Reseller wie Tucows dazwischengeschaltet, die sämtliche administrativen und technischen Prozesse von der Domainsuche bis zur Verlängerung übernimmt und ein großes Angebot an Domainendungen bieten kann. Daher ist es ist naheliegend, dass die Reseller den Zorn der Kunden fürchten.

Ob die Entscheidungen bei Tucows und auch bei GoDaddy endgültig sind oder nur als Druckmittel gegen die Registry gedacht sind, ist schwer abzuschätzen. Zwar sind vergleichsweise teure Domainendungen nicht so selten. Allerdings setzt sich Uniregistry dem Verdacht aus, mit anfänglich günstigen Preisen Tausende Kunden in neue Domainnamen zu locken, um dann einige Jahre später, wenn wichtige Projekte auf den Domains laufen und die Kunden die Domains mit Marketingwert aufgeladen haben, mittels massiver Preiserhöhung absahnen zu wollen. Vertrauen in die neuen Top Level Domains baut man mit so einer Preispolitik nicht auf.




Empfehlung: Keine Emojis in Domainnamen 

Die ICANN findet Emoji-Domains nicht so gut: Zumindest die Security Advisory Group der Organisation sieht darin mehr Gefahr als Nutzen. Emoji-Domains seien recht schwer voneinander zu unterscheiden, eine Verwechslungsgefahr sei also nicht zu übersehen.

Gegenwärtig sind Domainnamen, die als Emojis gezeigt werden können, nur unter der Top Level Domain .ws möglich, der Länderdomain von Samoa.

Die Empfehlung der Sicherheitsgruppe ist, solche Domains nicht mehr zuzulassen. Dies ist in einem entsprechenden Bericht der ICANN-Sicherheitsgruppe nachzulesen.

Gefahr der Verwechslung und gezielter Täuschung

Einige Emojis könnten zudem mittels eines Codeelements, das eine Breite von 0 zulässt verschmolzen werden. Bei geschickter Bildkomposition könnte man also Domainnamen optisch fälschen.

Ähnliche Effekte lassen sich unter Ausnutzung des Fitzpatrick-Skin-Tone- Modifizierer-Codepunkts erzielen, der bei Gesichter-Emojis zur Variierung von Hauttönen verwendet wird. Daher seien Emojis in Domainnamen nicht geeignet, wenn das Domain Namen System (DNS) ein exaktes und eindeutiges Zuordnungsverzeichnis von Rechnernamen und Adressen sein soll.

Für Coca Cola stand „ws“ für „we smile“

Emojis in Domainnamen sind mit der „We smile“ –  Werbekampagne von Coca Cola 2015 in Puerto Rico bekannt geworden. Sie lassen sich am einfachsten mit einem Smartphone registrieren, allerdings nur unter .ws, was Coca Cola als „we smile“ auslegen wollte. Auch unter Windows 8 oder 10 kann man Emojis eingeben, wenn man die mobile Tastaturoption (Touch Keyboard) verwendet.

Abgesehen von diesem Marketingstunt haben Emoji-Domains hierzulande kaum Bedeutung. Zum einen, da die .ws-Domainendung wenig verbreitet ist, andererseits auch, weil nur Smartphone-User diese Domainnamen halbwegs komfortabel eingeben können. Daher ist es zweifelhaft, ob Emoji-Domains sich durchsetzen können.

Punycode macht Emojis im DNS möglich

Damit das Domainnamesystem mit einem größeren Umfang an Zeichen funktionieren als den Buchstaben a bis z, den Ziffern 0 bis 9 und dem Gedankenstrich, verwendet man ein Verfahren, das zum Beispiel Sonderzeichen wie ü,ä, ö „übersetzt“. Das Verfahren heißt Punycode und wird auch für Internationalisierte Domannamen (IDN) verwendet. Das funktioniert auch mit Emojis. Die Zeichenkette „xn—qei“ wird zum Beispiel in ein Herz-Symbol umgeschrieben. Die entsprechende Domain dazu wäre xn—qei.ws (die natürlich bereits registriert ist).

Wer mit Emoji-Domains spielen will oder sehen möchte, welche Sites es schon unter so einer Domain gibt, der wird bei I♥domains.ws fündig. Domainhändler, die auf Vorrat attraktive Domains im großen Stil registrieren, scheinen von Emoji-Domains allerdings die Finger zu lassen, weil sie kein interessantes Investment darin sehen.

Allerdings gibt es auch Probleme mit der Punycode-Umschreibung an sich. Durch gezielte Kombination von Sonderzeichen, wie wie „normale“ Zeichen aussehen, lassen sich Fake-Domainnamen bilden.




Pirate Bay Gründer launcht Domainregistrierservice mit weitgehendem Datenschutz 

Njalla ist der Name eines neuen Privacy-Services für Domainnamen mit Sitz in der Karibik, genauer auf Nevis Island, Teil des föderalen Inselstaats St. Kitts und Nevis.

Njalla ist Reseller von Tucows und nutzt den OpenSRS-Service. Der versprochene Datenschutzaspekt wird dadurch hergestellt, dass die Domains alle auf den Namen der Firma registriert werden und nicht wie üblich auf den Namen des eigentlichen Nutzers. Dabei will Njalla offenbar das Prinzip Zero knowledge nutzen: Auch die Registrierung am Service ist alleine mit E-Mailadresse oder XMPP-Adresse (Jabber) möglich. Bezahlt wird per Bitcoin oder PayPal. URL ist https://njal.la/ oder auch via Tornetzwerk njalladnspotetti.onion

Die Preise liegen, je nach Top Level Domain bei 15 Euro (z.B. .com, .eu), 30 Euro (z.B. .schule, .technolgy), 45 Euro (z.B. .haus, .cafe, .team) und 60 Euro (z.B. .design, .hamburg, .restaurant).

Quelle: Pirate Bay founder launches piracy-friendly domain privacy service | Domain Incite – Domain Name Industry News, Analysis & Opinion