Sehr schade: Yahoo stellt Pipes im August 2015 ein

Screenshot einer angelegten Yahoo Pipe (MyPipes)

Yahoo Pipes ist ein Service, mit dem man unterschiedliche Datenquellen, etwa RSS-Feeds, CSV-Dateien oder das Ergebnis von SQL-Abfragen prozessieren kann, etwa um die Daten zu aggregieren, zu filtern oder neue Dokumente daraus zu erstellen. Das Schöne daran: Man muss nichts scripten oder programmieren. Alles lässt sich grafisch abbilden. Man benötigt nur den Browser und ein Yahoo-Konto.

Screenshot einer angelegten Yahoo Pipe (MyPipes)
Yahoo will Pipes nicht mehr anbieten, Pipes ist ein Service, mit dem sich verschiedene Datenquellen vereinen, filtern oder neu zusammenstellen ließen. Dafür standen viele Operationen zur Verfügung.

Mit Yahoo! Pipes soll Ende August 2015 Schluss sein. Dies steht auch schon so auf der Webseite.

Screenshots Ende Yahoo Pipes
Yahoo wird Pipes zum 30.August 2015 einstellen. Noch einen Monat lang kann man danach seine angelegten Pipes einsehen oder die Definitionen zu exportieren, z.B. als JSON File.

 

Sicher war Pipes nicht das Tool für die breite Masse an Usern, doch wer sich abseits der Pfade, die die kommerziellen Social Media Angebote uner Vermeidung einer fremdinduzierten Filter Bubble auf Informationssuche war, konnte mit Pipes viel anfangen.

Es gibt ein paar Alternativen. In diesem Zusammenhang wird gerne IFTTT (If This Than That) genannt. Zumindest kann man damit Prozesse abbilden. Die Manipulationsmöglichkeiten, die Pipe hatte, fehlen. Auch Cloudwork und MashableLogic sollte man sich einmal ansehen, wenn man nun eine Alternative aus dem Bereich Semantic Web Technologies finden möchte. Deri Pipes scheint eine komplette Entsprechung zu Yahoo Pipes zu bieten, doch die Website ist zur Zeit down (http://pipes.deri.org).

Ein paar dürre Worte zum Ende von Pipes finden sich im Yahoo Pipes Blog. Aufschlussreicher ist aber der Post, in dem Yahoo erklärt, dass es eine Priorisierung von Angeboten geben wird. Auch die IOS und MacOS  Integration von Yahoo Mail bzw. der Kontaktsynchronisation ist betroffen (für ältere Versionen), genauso der Kartendienst Maps und verschiedene Contentbereiche wie Yahoo Music in Frankreich und Kanada oder Yahoo Movies in Spanien. Diese früher als „Channels“ bezeichneten Contentbereiche gibt es im deutschen Yahoo Portal gar nicht mehr. Der TV- und der Auto-Bereich von Yahoo.de werden ebenfalls beendet.

Damit wird Yahoo! wieder ein Stück kleiner. Die Frage-Antwort-Community Clever, Sport, Finanzen, Wetter, der Lifestylebereich und komischerweise „Videos“ (Yahoo Screen) bleiben. Auch der Newschannel wird offensichtlich nicht angetastet.

Bildschirmfoto Yahoo.de Startseite
Das Yahoo Content Portal wird wieder ein Stück kleiner. In Deutschland fallen auch die Bereiche TV und Autos weg. Letzteres ist in der linken Navigation schon nicht mehr verlinkt.

 

Ein paar praktische Erfahrungen aus der Webanalyse, besonders mit etracker

Beispielgrafik der Kampagnenberichte aus etracker

Etracker ist eigentlich ein gutes Webanalyse-Tool. Ich bin wahrscheinlich das, was man einen Poweruser nennt: Ich zähle zur Zeit über 5.200 Logins in 5 Jahren, da macht im Schnitt über 2,5 Login pro Tag – egal ob Montag, Sonntag oder Feiertag. Prinzipiell bin ich mit etracker sehr zufrieden. Doch ein paar  Einschränkungen bei der Möglichkeit, Daten direkt mit dem Tool zu analysieren oder roh zu exportieren, nerven mich.

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Google stellt den PageSpeed Service am 3.August 2015 ein

Unter https://developers.google.com/speed/pagespeed/service ist zur Zeit noch ein Google Service im Betastadium zu finden, der Webseitenbetreibern zu schnelleren Ladezeiten durch von Google gecachte Inhalte verhelfen soll. Dieser Service wird zum 3.August 2015 eingestellt.

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Der neue Webpresence Builder von Parallels

Wenn man eine neue Website erstellt, steht man immer vor der Frage, wie die technische Umsetzung aussehen soll.

Für eine recht große Zielgruppe gibt es Homepage-Baukästen. Sie versprechen einen schnellen Start ohne Programmierkenntnisse zu benötigen. Parallels, der Hersteller der Serveradministrationssoftware Plesk, hat nun eine neue Version des Webpresence Builders vorgestellt.

UPDATE vom April 2017: Dieser Beitrag stammt aus dem Jahre 2013. Mittlerweile ist die Version „Onyx“ von Plesk die aktuelle Version. Der Websitebuilder wird seit längerer Zeit nicht mehr weiterentwickelt. Auch Parallels setzt mit dem Plesk-Ökosystem nun auf WordPress und liefert mit dem WordPress ToolKit (» Dokumentation bei Plesk) einige Features, die den User beim Generieren einer Website mit dem meistverbreiteten CMS unterstützen sollen. Insbesondere das Verwalten von Themes und Plugins soll via Plesk besser kontrolliert werden können. Zudem sorgen die Tools für mehr Sicherheit, indem die WordPress-Installation vor Angriffen geschützt wird. Für WordPress findet man alle möglichen Add-Ons (Plugins) und Templates (Themes; diese zum Beispiel bei templatemonster.com/de). Man kann sagen, WordPress hat das Rennen um die Vorherrschaft gewonnen, auch wenn es User gibt, denen WordPress zu kompliziert oder überladen ist. Für diese Gruppe sind Online-Seitengeneratoren eine gute Alternative.

Natürlich kann man theoretisch einfach HTML-Anweisungen in ein Textfile schreiben, dies als HTML-Datei abspeichern und hochladen. Fertig ist das Webdokument.

Doch wer einige Mindeststandards einhalten oder einige bestimmte Funktionen abbilden muss, kann nicht jede HTMl-Code-Zeile mit der Hand schreiben.

Man kann dazu ein Contentmanagement System (CMS) installieren. Beliebt in diesem Bereich sind Joomla!, WordPress sowie Typo3 oder auch Drupal. Dann steht aber immer noch die Frage im Raum, wie die Website aussehen soll: Anzahl Spalten, Schriftart, Farbschema, Headerbild. Alles das wird mit dem Template festgelegt, wobei die CMS-Anwendungen meist schon einige benutzbare Templates integriert haben. Wer selbst ein Template erstellen will oder ein vorhandenes variieren möchte, muss sich dennoch mit HTML, CSS und Co. auseinandersetzen.

Zudem stellen sich noch weitere technische Fragen: CMS brauchen bestimmte Voraussetzungen auf dem Webspace, oft PHP als Skriptsprache und MySQL als Datenbanklösung.

Für eine Kundenkreis, der vor der Aufgabe steht, eine Website zu erstellen, aber überhaupt keine technischen Kenntnisse mitbringt, sind Homepage-Baukastenlösungen gedacht.

Bekannt in diesem Sektor sind:

  • Jimdo und das damit immer noch verwandte 1&1 Do-it-Yourself-Homepageprodukt
  • wix.com
  • das etwas in die Jahre gekommene Tool auf homepagebaukasten.de
  • easyPage, eine von goneo betriebene Adaption des (eingestellten) Produkts egoditor
Was viele nicht wissen ist, dass auch Parallels einen Baukasten anbietet. Parallels nennt ihn „Web Presence Builder“. Wie die vergleichbaren Produkte braucht man dafür nur den Browser, um eine neue Homepage zu erstellen. Ich habe den Webpresence Builder mit Googles Chrome getestet und keine Probleme oder Abstürze festgestellt.
Verfügbar ist der Web Presence Builder, wenn zum Beispiel die Serveradministrationsoberfläche Plesk eingesetzt wird und der Lizenznehmer das entsprechende Modul mitlizenziert hat. Für Endkunden ist der Parallels Web Presence Builder nicht direkt zugänglich. Der Weg führt über einen Hoster oder eine Agentur.
Jetzt gibt es die Version 11.5, die den Ansatz verfolgt, der an das 1&1 Produkt erinnert: Der neugebackene Webdesigner wählt aus einer recht langen Liste von Inhaltsvorlagen aus, für welches Thema oder für welchen Einsatzbereich er oder sie die Site braucht. Danach erstellt das System die Rohversion, doch einige Bild- und Textelemente, die man typischerweise in diesem gewählten Bereich gebrauchen kann, sind bereits inkludiert, zum Beispiel ein passendes Headerbild und einige Einzelseiten mit typischem Text.
Am Anfang also steht die Festlegung auf ein Thema, das dann das Aussehen (Design) der Site vorentscheidet:
Der Start: Man wählt ein entsprechendes Thema aus und füllt grundsätzliche Angaben in ein Formular ein.
Die Produktidee, der USP sozusagen, ist, dem User schnell zum Erfolg zu verhelfen und eine erste Website live zu bringen.
Der Webpresence Builder arbeitet mit einem Toolfenster, das sich im Browser dankenswerterweise auch verschieben lässt und auch minimiert werden kann. Es verschafft Zugriff auf die Hauptfunktionen: Seitenstruktur, Farbschema, Hinzufügen von Inhaltselementen und dergleichen.
In einer Art What-You-See-Is-What-You-Get werden die Änderungen angezeigt. Text kann man direkt an entsprechender Stelle eintippen und ein wenig formatieren.
Die Aufteilung der Seite lässt sich jederzeit wieder ändern. So kann man von einem zweispaltigen Layout auf eine zweispaltige Darstellung zurückschalten.
Die Vorder- und Hintergrundfarben lassen sich gezielt auswählen oder man wählt ein passendes Farbset aus.
Als nett empfand ich, dass sich die Ecken abrunden lassen. Dafür ist extra eine Option für nahezu jedes Gestaltungselement vorgesehen.
Wenn man seine Texte eingegeben hat, lässt sich das Ergebnis mit „Publish“ veröffentlichen und steht fortan im Web.
Solche Baukastensysteme sind natürlich immer ein Kompromiss aus Einfachheit in der Bedienung, Flexibilität und qualitativem Ergebnis hinsichtlich technischer und ästhetischer Kriterien. Entscheidend ist allerdings immer noch die Qualität des Ausgangstemplates.
Auf mich hat es den Eindruck gemacht, die Templates im Webpresence Builder wirken ein wenig antiquiert. Der optische Eindruck wird aber meiner Meinung nach stark durch die Qualität der Headerbilder beeinflusst. Mit tollen Bildern sieht die fertige Seite toll aus.
Dennoch wirken die Ausgangstemplates zum Beispiel bei wix für mich ausgearbeiteter, elaborierter. Hier zum Vergleich ein Template aus einer vergleichbaren Templatekategorie bei wix, und das sogar ohne optisch unterstützendes Bild:
Ich finde, Parallels hätte die Templates modernisieren und neu durchstylen können. Für einen ersten Auftritt ist das Tool allerdings auf jeden Fall brauchbar.
Ein interessantes Experiment wäre einmal, die verschiedenen Homepagebaukästen gegeneinander zu testen und zwar hinsichtlich ihrer Fähigkeit, in wichtigen Suchmaschinen zu ranken. Dieses Experiment kann ich nicht sofort durchführen, aber vielleicht mache ich dies demnächst mal.
Ich bin sicher, dass zum Beispiel Google einen Rankingfaktor aus dem Website-Generator gewinnt: Wer ein teueres Webdesigntool einsetzt, hat die Chance auf besseres Ranking im Vergleich zu Sites aus kostenlosen oder einfachen Generatoren.