Ende April 2016 ist Schluß mit ClickAndBuy

Micropayment Dienstleister clickandbuy schließt zum 30.4.2016

Schade, ClickandBuy geht den Bach runter.

Ich als langjähriger Kunde und Nutzer dieses Bezahlsystems erhalte gerade eine Mail mit folgendem Inhalt:

wir möchten Sie heute darüber informieren, dass das Internet-Bezahlsystem ClickandBuy am 30.04.2016 eingestellt werden wird.

Bis zum Einstellungstermin steht Ihnen ClickandBuy weiter zur Verfügung. Sie können wie gewohnt mit ClickandBuy bezahlen.

Bitte beachten Sie jedoch, dass es vorkommen kann, dass ClickandBuy schon vor dem 30.04.2016 bei Ihrem gewohnten Wunschanbieter nicht mehr als Bezahlmöglichkeit zur Verfügung steht.

Ich habe ClickAndBuy als Zahlungsanbieter wahrgenommen, der sehr zuverlässig arbeitete. Durch die Verknüpfung mit dem Bankkonto war es recht einfach Geld aufzuladen.

Die große Alternative ist natürlich Paypal. Ich habe angefangen, Paypal zu hassen, als das Unternehmen eine Ebayzahlung „eingefroren“ hat, weil der Käufer sein Paypalkonto mit einer gestohlenen Kreditkarte aufgeladen hat. Dummerweise kann man aber als Verkäufer nicht überprüfen, aus welche Quelle das Geld stammt. Für Verkäufer ist Paypal keine sichere Zahlungsmethode. Das habe ich in diesem Fall lernen müssen. Mein Vertrauen in Paypal ist damit zerstört worden. Aufgrund der dämlichen Policies, die Paypal im Umgang mit anderen Konten hat, habe ich sogar angefangen, Paypal zu hassen.

Wenn immer es ging, habe ich also mit ClickAndBuy bezahlt, oder mit Lastschrift vom Bankkonto. Das war einfach und ging zumindest vor SEPA und den mörderisch langen IBAN Nummern. Zuletzt hatte ich ClickAndBuy in Zusammenhang mit iTunes in Gebrauch. Dummerweise ging mit Apple Music und ClickAndBuy als Zahlmethode die Familienfreigabe nicht.

ClickAndBuy gehört sei 2010 der Telekom. Leider hat man im Konzern es wohl versäumt, ClickAndBuy breit genug aufzustellen und man hat offensichtlich nichts in die Weiterentwicklung investiert. So überlässt man jetzt Paypal den Markt. Es stimmt wenig tröstlich, dass ab und an neue Zahlungsdienstleister für Micro Payment auf den Markt kommen.

Komischerweise wird der Dienst geschlossen und nicht wie branchenüblich verkauft oder wenigstens billig vertickt. Man muss sein Guthaben übrigens rechtzeitig wegtransferieren oder aufbrauchen.

„Recht auf Vergessen“: Müssen jetzt auch ähnlich klingende Namen aus der Suchmaschine?

Screenshot Metager.de Websuche
Metager.de ist eine Meta-Websuche, die viele Quellen abfragt und auf die Indizes mehrerer Anbieter zugreift, um möglichst passende Ergebnisse bereitzustellen. Zudem ist eine anonyme und trackingfreie Websuche möglich.

UPDATE

Das Landgericht Hannover  hat die Eilbedürftigkeit des Anliegens Mitte Januar 2016 abgewiesen. Entschieden ist der Fall allerdings nicht. Ob das „Recht auf Vergessen“ sich auch auf Assoziationen bezieht, also auch auf Suchtreffer, die beispielsweise durch Tippfehler ausgelöst werden, bleibt noch zu entscheiden.


SUMA-EV ist Betreiber der Suchmaschine MetaGer: Die Gefahr für den
MetaGer-Betrieb ist aber nicht gebannt. Die bisherige Gerichtsentscheidung
lehnt die Klage nur aufgrund mangelnder Eilbedürftigkeit ab; eine
Entscheidung in der Sache liegt nicht vor. Wenn die Klägerin in die
Berufung oder ins Hauptverfahren geht, dann kann das Verfahren auch ganz
anders ausgehen. Eine Entscheidung gegen MetaGer würde den Betrieb aller
Suchmaschinen in Deutschland gefährden. Das Internet in Deutschland wäre
kaum mehr nutzbar, die Digitale Agenda wäre Makulatur.

 

Unschickliche Internet-Urteile mit Facepalm-Garantie war man gelegentlich eher  vom OLG Köln gewohnt. Das Landgericht Hannover ist aber ein guter Kandidat, diese Stellung zu übernehmen.

Durch die Klage einer Rechtsanwältin aus Norddeutschland droht dem SUMA-EV, der als gemeinnütziger Verein der Betreiber der Meta-Suchmaschine MetaGer.de ist, das Aus.  Metager bezeichnet sich als Deutschlands größte und sicherste Websuche.

Die Anwältin fordert, das „Recht auf Vergessen“ auch auf Assoziationen zu den beanstandeten Begriffen, beispielsweise Namen, auszuweiten.

„Würde der Klage stattgegeben, wäre das das Aus für alle Suchmaschinen in Deutschland“, sagt Wolfgang Sander-Beuermann, geschäftsführender Vorsitzender des SUMA-EV.  „Eine Klageflut würde ihren Betrieb unmöglich
machen“.  Sicher ein schwerer Schlag gegen den Internetstandort Deutschland, der im weltweiten Vergleich ohnehin einen schweren Stand hat.

Der Fall ist nach mündlicher Verhandlung wegen einer Einstweiligen Verfügung vor dem Landgericht Hannover. Am 13.1.2016 will das Gericht das Urteil verkünden. Die Klage ist also nicht abgewiesen worden. Prozessbeobachter hatten dies allerdings erwartet.

Konkret klagt die Rechtsanwältin, Links zu löschen, die auf Webseiten mit
einem Namen zeigen, der dem ihrem nicht entspricht, aber ähnlich ist. Lässt man, so die Begründung der Einstweiligen Verfügung, in dem Namen der Anwältin einen Buchstaben weg, so werden beim Suchen nach diesem Namen Ergebnisse angezeigt, die der Klägerin missfallen.

Bezug genommen wird dabei auf das EuGH-Urteil vom 13.5.2014 zum „Recht auf Vergessen“.

Würde der Klage stattgegeben, könnte sich jeder auf das „Recht auf Vergessen berufen“, um nahezu beliebige Inhalte löschen zu lassen. Suchmaschinen wären damit sinnlos.

Experten: So ändert die Digitalisierung die Arbeitswelt von morgen

Bild mit Handreichung: Eine menschliche Hand schüttelt einen Roboterhand

Wissenschaftler der Universität St. Gallen haben 60 strukturierte Interviews mit Experten befragt, die entweder Wirtschafts- oder Beratungsunternehmen oder Gewerkschaften angehören oder in der Forschung tätig sind – allesamt Spezialisten im Bereich Arbeit. Sie sind danach befragt worden, wie wohl die Arbeitswelt von morgen aussehen könnte, welche Folgen das für die arbeitende Bevölkerung hat und auf welche Veränderung sich die Gesellschaft einstellen muss.

„Experten: So ändert die Digitalisierung die Arbeitswelt von morgen“ weiterlesen

Beats 1 – eigentlich habe ich darauf gewartet

iphone mit itunes app und beats 1
Beats 1 auf Sendung, hörbar über das iphone und andere Endgeräte

Maclife diskutiert gerade die Sinnhaftigkeit eines Radioprogramms anno 2015: „Wer braucht heute eigentlich noch Radio“ vor dem Hintergrund von Beats 1.

Ich habe mich zwischenzeitlich ein bisschen reingehört und ein paar Stunden live verfolgt. Das neue Moment von Beats 1 war für mich, mit einer recht eigenwilligen Präsentationsform konfroniert zu werden, über Stilgrenzen und Formatgrenzen hinweg. Abgesehen von den vielen technischen Fehlern, die da so passieren, finde ich Beats 1 richtig gut, auch wenn ich nicht täglich vier Stunden höre, sondern vielleicht mal 20 Minuten.

Ich habe selbst jahrelang Radio gemacht, Lokalfunk und Formatradio und selber auch viel Blödsinn produziert. Wenn man das ein paar Jahre macht, kommt man gar nicht mehr auf die Idee, dass es neben Formatradio auch noch andere Darstellungsformen geben kann. Unsere öffentlich-rechtlichen Sender versuchen sich gerne an Alternativen und scheitern meist.

Bei privaten und bei kommerziell erfolgreichen Sendern in Deutschland herrscht relative Eintönigkeit vor („more of the same“). Die Branche ist ziemlich kaputt, talentierte Mitarbeiter fehlen, die Gehälter sind niedrig und in öffentlichen-rechtlichen, von gepflegter Beamtenmentalität geprägten „Funkhäusern“ sind die „Popwellenmacher“ die Schmuddel- und Kellerkinder. Aus dieser Ecke kommen die Radiomacher hierzulande auch nicht mehr heraus. Das Thema hat sich erledigt. Vor so einem Hintergrund finde ich Beats 1 richtig gut.

Klar kann man sich heute sein „Wunschmusikprogramm“ selber zusammenstellen. Es gibt itunes und Spotify und dergleichen, kein Problem. Aber man kann das nicht immer. Diese eigenen Zusammenstellungen sind auf Dauer langweilig, denn es fehlt naturgemäß das Überraschende. Webradios sind hierzulande meist per IP verbreitete UKW-Zweitverwertungen oder so langweilig wie die UKW-Programme selbst, zu nischig (was auch okay ist) und nur von einer Minderheit hörbar. Innovation ist nicht zu beobachten. Alles tot wie Disco, um aus dem Film „Schnappt Shorty“ zu zitieren.

Die hiesige Radioszene wird von Verlegern dominiert, deren Maxime Geiz, Gier und Gewinnsicherheit das Handeln und das Entscheiden über Investitionen bestimmt. Das komplizierte überreggulierte Medienrecht in Deutschland und Europa hat verhindert, ordentliche Marktvolumina zu generieren, um europaweite Strategien anwenden zu können. Ein paar Verleger haben sich in zum Beispiel polnischen Privatradios eingekauft, aber es fehlt eben an Expertise und Know How, um punktuelle Erfolge auf europäischer Skala zu skalieren. Wem das ein bisschen gelungen ist, ist NRJ, eine aus einem Piratenradio in den 1980er Jahren hervorgegangenes Senderkonklomerat aus Frankreich, das aber in vielen europäischen Ländern an nationalen Lobbyisten und alteingesessenen  Medieninteressensträgern gescheitert ist. Rundfunkpolitik ist immer auch Innenpolitik.  Leider hat sich alles konserviert, es gab keine nennenswerten technischen Weiterentwicklungen und damit auch keine inhaltlichen.

Radio ist nicht nur Musik. Radio ist Unterhaltung, klar,  hauptsächlich mit Musik, aber das eigentliche Emotionale wird durch Moderatoren, DJs, Jocks, Ansager – wie man sie auch immer nennen möge – generiert. Das muss sich nicht in der typischen Morningshow mit mehr oder weniger motiviert sich durchwitzelnden Moderatoren erschöpfen, sondern kann auch in die Richtung gehen, die Beats 1 einschlägt. Die Wortbeiträge, die die einsetzen, haben eine Qualität, die man auf Deutschlandfunk etc. erwartet.

Nicht jeder möchte ständig sein Programm selbst zusammenstellen, man will auch überrascht werden, um nicht in der Music-Bubble abgeschirmt sich zu langweilen. Da ist Beats 1 auf einem guten Weg, finde ich.

Das neue IOS 8.4 ist da und damit auch Apple Music, Beats 1 und Connect

Am 30.6.2015 hat Apple nun IOS 8.4 ausgerollt. Es bringt Apple Music auf das iPhone und das iPad.

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Screenshot Apple Music
IOS 8.4 bringt Apple Music. Der Button dafür befindet sich unten rechts (wo standardmäßig das Icon für den Player war).

 

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Es gibt zwei Abomodelle: Der Ein-User-Zugriff kostet 9,99 Euro pro Monat, wenn bis zu sechs Leute mithören wollen, werden 14,99 Euro fällig. Drei Monate sind gratis.

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Für die Nutzung muss man die 80-seitige-AGB-Erklärung akzeptieren.

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Die bereits gekauften Songs sind natürlich ebenfalls zugänglich.

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Mittels einer Personalisierung kann man nun Vorschläge generieren lassen.

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Danach wird man nach einigen Favoriten aus diesen Genres gefragt.

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Nun wird eine Vorschlagsliste gezeigt.

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Auch das Apple Radioprogramm Beats 1 ist nun verfügbar.

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Es gibt u.a. eine Charts Now Show, Soundsystem, The Mixtape, On The Floor, All-City und Pop-Hits.

Mehr über das Beats 1 Programm von Apple

Screenshot der Ankündigungsseite für Beats 1 von Apple

Langsam werden mehr Details zu Beats 1 bekannt, jenes Radioprogramm, das Apple auf die Mac- und IOS Geräte bringen möchte,

Start soll wohl am 30.6.2015 sein.

Dr. Dre (sowieso schon Mitglied der Apple Familie) wird eine Show namens The Pharmacy präsentieren, ebenso wie der Rapper Drake, den wir ja bei der Vorstellung während des Apple WWDC-Events schon auf der Bühne gesehen haben.

Auch Elton John soll eine eigene Radioshow bekommen. Weitere Namen, die im Gespräch sind, sind St. Vincent, Disclosure, Josh Homme und der von Schauspieler und Rapper Jaden Smith.

Die Quelle ist die New York Times, die einen Beitrag und ein Interview mit Zane Lowe (BBC) veröffentlicht hat. Dass Taylor Swift, die Apple wegen der Tantiemen in der Probephase kritisiert hatte, eine eigene Sendung bekommt, gilt aber als unwahrscheinlich, so 9To5Mac

Digitale Gesellschaft Deutschland? Larmoyanz statt Vision

drei Leute in Businesskleidung stecken den Kopf in den Sand

Ich bin mir nicht sicher, vielleicht beschreibt Sascha Lobo in seiner Spiegel Online – Kolumne („Sie haben die Zukunft verbockt“) den Digital Divide in Deutschland: Das „Sie“ ist grammatikalisch gesehen die zweite Person, Höflichkeitsform. Du, ich, Sie, wir alle haben die digitale Zukunft verbockt, weil wir alles zuließen. Vermutlich stimmt das nicht ganz: Ein kleiner Teil der Gesellschaft weiß sehr gut, mit dem Digitalen umzugehen, weiß wie man sich netzwerkweit Gehör verschafft, Investitionsgelder einsammelt, Apps programmiert und der große Teil weiß es einfach nicht. Und will es auch nicht wissen.

„Digitale Gesellschaft Deutschland? Larmoyanz statt Vision“ weiterlesen

Neues von der Keynote zu Apples WWDC 2015 (updated)

WWDC 2015 Keynote von Apple

Ziemlich viele Neuerungen betreffen nur den angloamerikanischen Sprachraum: Apple Pay, auch wenn ganz viele Banken und Bonusprogramme dabei sind und Apple News, eine neue News-App. Apple stellt ja selbst keinen Content her, deswegen muss man mit Publishern kooperieren. Bisher scheint man nur mit englischsprachigen Verlagen im Gespräch zu sein. Für die (wichtigen) europäischen Märkte hat man keinen Content.

Viele Neuerungen betreffen die neue IOS Version, IOS 9, die ab Juli als öffentliche Beta erscheinen soll und im Herbst auf alle Geräte ausgerollt wird. Alle Geräte bedeutet, dass IOS ab dem iPad 2 lauffähig ist.

Das verspricht IOS9

  • Splitscreen-Multitasking mit zwei aktiven Apps,
  • der Taskmanager mit Previews ist nun an der Bildschirmseite (rechts) platziert, nicht mehr unten
  • Picture in Picture Videos sind nun möglich. Die Größe ist veränderbar und Videos sind auch auf den Desktop ziehbar
  • Multitasking funktioniert offenbar für iPad air, air 2, mini
  • mehr Performance und bessere Akkulaufzeiten (Low Power Mode, angeblich Verlängerung um 3 Stunden)
  • mehr Sicherheit für iCloud Daten

Healt, Home und Car Kit

Das Health Mit soll nun mit mehr Daten versorgt werden können, zum Beispiel über den körpereigenen Wasserhaushalt. Auch das Home Kit soll sich für mehr Sensoren, Schlösser und Haushaltselektronik öffnen.

Bei Car Play  sollen nun auch Apps von Autoherstllern unterstützt werden und die Verbindung zum iPhone wird drahtlose Verbindung.

Swift 2 wird Open Source

Wichtige Neuerung bei der Programmiersprache Swift: Swift 2 kommt. Es soll die führende Programmiersprache für  die nächsten 20 Jahre werden und unter einer Open Source Lizenz vertrieben werden.

WatchOS

Watch OS, das Betriebssystem für die Apple Uhren, verfügbar ab Herbst, bringt ein paar neue Features wie:

  • Time Travel
  • Unterstützung von FaceTime audio
  • Mehr Fitnessprogramme
  • WiFI Unterstützung
  • Zugriff auf Mic und Lautsprecher für Apps
  • Videowiedergabe (z.B. Vine Videos)
  • Herzfrequenz als Datenstrom
  • Definierbare Oberfläche
  • Mails mit Siri beantworten
  • Auto verschließen oder öffnen oder Klimaanlage einstellen

El Capitan

El Capitan heißt die neue OS X Version. Was bringt sie?

  • einen neuen System-Font
  • AirPlay Video
  • Eventvorschläge
  • Erweiterungen für geteilte Links
  • Erweiterungen zur Fotobearbeitung
  • veränderbares Spotlight-Fenster

One More Thing

Apple holt sich einige Radio DJs an Bord und launcht ein globales 24-Stunden-rund-um die Uhr – Liveprogramm aus drei Städten mit  handverlesener, nicht algorithmischer Musikauswahl. Der Name: Beats1 aus New York, L.A. und London. Es klingt wie typisches amerikanisches FM Radio

My Music ist der erwarteter Musikstreamingdienst. Die eigene gekaufte Musik und Präferenzen werden berücksichtigt.

Über Siri kann man auch Eingaben machen wie „Spiele den Nummer eins Hits aus 1987“ und dann spielt Apple Music Joan Jett mit I Love Rock’n’Roll.

Ab 30.Juni soll es losgehen, später auch für Android und Windows. Preis 9,99 Dollar, wobei die ersten drei Monate gratis sind.