Warum Deutschland im Internet so rĂŒckstĂ€ndig ist

Magnetspeicher als Massensopeicher
Bundeswirtschaftsminister Gabriel hat die „Digitale Agenda“ ausgerufen. Die Cebit 2016 war dafĂŒr ein schöner Anlass. Immer klarer wird selbst den notorisch technologiefernen Gruppen wie der der Berufspolitiker, dass einiges im Argen liegt. Deutschland hat den Anschluss verloren. Woran könnte das liegen?

„Warum Deutschland im Internet so rĂŒckstĂ€ndig ist“ weiterlesen

Webhostingdays 2016 in Rust (WHD.global): Momentaufnahme einer nicht mehr ganz neuen Branche

Europapark Rust

Kurz vor der Saisoneröffnung des Europaparks in Rust fanden ĂŒber drei Tage die Worldhosting Days statt. Inzwischen hat die Branchenveranstaltung der Server-, Cloud-, Domain- und Lösungsanbieter einige Ableger in Asien und auch in den USA. Dies hier ist allerdings die zentrale Veranstaltung, die WHD.global.

„Webhostingdays 2016 in Rust (WHD.global): Momentaufnahme einer nicht mehr ganz neuen Branche“ weiterlesen

Knapp 70 Prozent der Deutschen nutzen einen der vier grĂ¶ĂŸten Freemailer

Mittlerweile ist die gute alte E-Mail wohl „in der Mitte der Gesellschaft“ angekommen, wie man so schön sagt. 81 Prozent der Deutschen nutzen diesen Internetdienst.

Vielen Menschen reicht eine anonyme Gratis-Mailbox ganz offensichtlich. Dabei könnte man mit einer E-Mailadresse, die zu einem registrierten  Domainnamen gehört, SeriösitĂ€t und VertrauenswĂŒrdigkeit vermitteln.

„Knapp 70 Prozent der Deutschen nutzen einen der vier grĂ¶ĂŸten Freemailer“ weiterlesen

Das erste Berliner „Townhall-Meeting“ von Mark Zuckerberg

Screenshot Live Stream Townhall Meeting Mark Zuckerberg
Mark Zuckerberg im Townhall-Meeting in Berlin: 288.000 Facebook User sahen zu.

Das lang erwartete Facebook erste Townhall Meeting in Berlin ist vorbei. Registrierte Zuschauer mit offenbar vorher eingereichten Fragen kamen zu Wort. Per Livestream mit dem neuen „Facebook Live“ waren anfangs 233.00, gegen Ende dann 288.000 Zuschauer online dabei.

„Das erste Berliner „Townhall-Meeting“ von Mark Zuckerberg“ weiterlesen

„Recht auf Vergessen“: MĂŒssen jetzt auch Ă€hnlich klingende Namen aus der Suchmaschine?

Screenshot Metager.de Websuche
Metager.de ist eine Meta-Websuche, die viele Quellen abfragt und auf die Indizes mehrerer Anbieter zugreift, um möglichst passende Ergebnisse bereitzustellen. Zudem ist eine anonyme und trackingfreie Websuche möglich.

UPDATE

Das Landgericht Hannover  hat die EilbedĂŒrftigkeit des Anliegens Mitte Januar 2016 abgewiesen. Entschieden ist der Fall allerdings nicht. Ob das „Recht auf Vergessen“ sich auch auf Assoziationen bezieht, also auch auf Suchtreffer, die beispielsweise durch Tippfehler ausgelöst werden, bleibt noch zu entscheiden.


SUMA-EV ist Betreiber der Suchmaschine MetaGer: Die Gefahr fĂŒr den
MetaGer-Betrieb ist aber nicht gebannt. Die bisherige Gerichtsentscheidung
lehnt die Klage nur aufgrund mangelnder EilbedĂŒrftigkeit ab; eine
Entscheidung in der Sache liegt nicht vor. Wenn die KlÀgerin in die
Berufung oder ins Hauptverfahren geht, dann kann das Verfahren auch ganz
anders ausgehen. Eine Entscheidung gegen MetaGer wĂŒrde den Betrieb aller
Suchmaschinen in Deutschland gefÀhrden. Das Internet in Deutschland wÀre
kaum mehr nutzbar, die Digitale Agenda wÀre Makulatur.

 

Unschickliche Internet-Urteile mit Facepalm-Garantie war man gelegentlich eher  vom OLG Köln gewohnt. Das Landgericht Hannover ist aber ein guter Kandidat, diese Stellung zu ĂŒbernehmen.

Durch die Klage einer RechtsanwĂ€ltin aus Norddeutschland droht dem SUMA-EV, der als gemeinnĂŒtziger Verein der Betreiber der Meta-Suchmaschine MetaGer.de ist, das Aus.  Metager bezeichnet sich als Deutschlands grĂ¶ĂŸte und sicherste Websuche.

Die AnwĂ€ltin fordert, das „Recht auf Vergessen“ auch auf Assoziationen zu den beanstandeten Begriffen, beispielsweise Namen, auszuweiten.

„WĂŒrde der Klage stattgegeben, wĂ€re das das Aus fĂŒr alle Suchmaschinen in Deutschland“, sagt Wolfgang Sander-Beuermann, geschĂ€ftsfĂŒhrender Vorsitzender des SUMA-EV.  „Eine Klageflut wĂŒrde ihren Betrieb unmöglich
machen“.  Sicher ein schwerer Schlag gegen den Internetstandort Deutschland, der im weltweiten Vergleich ohnehin einen schweren Stand hat.

Der Fall ist nach mĂŒndlicher Verhandlung wegen einer Einstweiligen VerfĂŒgung vor dem Landgericht Hannover. Am 13.1.2016 will das Gericht das Urteil verkĂŒnden. Die Klage ist also nicht abgewiesen worden. Prozessbeobachter hatten dies allerdings erwartet.

Konkret klagt die RechtsanwÀltin, Links zu löschen, die auf Webseiten mit
einem Namen zeigen, der dem ihrem nicht entspricht, aber Àhnlich ist. LĂ€sst man, so die BegrĂŒndung der Einstweiligen VerfĂŒgung, in dem Namen der AnwĂ€ltin einen Buchstaben weg, so werden beim Suchen nach diesem Namen Ergebnisse angezeigt, die der KlĂ€gerin missfallen.

Bezug genommen wird dabei auf das EuGH-Urteil vom 13.5.2014 zum „Recht auf Vergessen“.

WĂŒrde der Klage stattgegeben, könnte sich jeder auf das „Recht auf Vergessen berufen“, um nahezu beliebige Inhalte löschen zu lassen. Suchmaschinen wĂ€ren damit sinnlos.

Suma e.V. schreibt 5.000 Euro fĂŒr Projekte und Konzeptideen aus

Symbolbild: GeschÀftsmann steht vor einer blauen Wand mit Datenvisualisierungen

Suma e.V., ein in Hannover beheimateter gemeinnĂŒtziger Verein, der sich fĂŒr freien Wissenzugang einsetzt, schreibt jedes Jahr einen Preis aus, mit dem BeitrĂ€ge oder Arbeiten prĂ€miert werden, die sich mit Informationskultur im weitesten Sinne beschĂ€ftigen. Den ProjekttrĂ€gern oder Initiatoren winkt ein Geldpreis von insgesamt 5.000 Euro. In diesem Jahr geht es um die Frage, wie das Web von Morgen aussehen soll.

„Suma e.V. schreibt 5.000 Euro fĂŒr Projekte und Konzeptideen aus“ weiterlesen

Experten: So Àndert die Digitalisierung die Arbeitswelt von morgen

Bild mit Handreichung: Eine menschliche Hand schĂŒttelt einen Roboterhand

Wissenschaftler der UniversitĂ€t St. Gallen haben 60 strukturierte Interviews mit Experten befragt, die entweder Wirtschafts- oder Beratungsunternehmen oder Gewerkschaften angehören oder in der Forschung tĂ€tig sind – allesamt Spezialisten im Bereich Arbeit. Sie sind danach befragt worden, wie wohl die Arbeitswelt von morgen aussehen könnte, welche Folgen das fĂŒr die arbeitende Bevölkerung hat und auf welche VerĂ€nderung sich die Gesellschaft einstellen muss.

„Experten: So Ă€ndert die Digitalisierung die Arbeitswelt von morgen“ weiterlesen

Digitale Gesellschaft Deutschland? Larmoyanz statt Vision

drei Leute in Businesskleidung stecken den Kopf in den Sand

Ich bin mir nicht sicher, vielleicht beschreibt Sascha Lobo in seiner Spiegel Online – Kolumne („Sie haben die Zukunft verbockt“) den Digital Divide in Deutschland: Das „Sie“ ist grammatikalisch gesehen die zweite Person, Höflichkeitsform. Du, ich, Sie, wir alle haben die digitale Zukunft verbockt, weil wir alles zuließen. Vermutlich stimmt das nicht ganz: Ein kleiner Teil der Gesellschaft weiß sehr gut, mit dem Digitalen umzugehen, weiß wie man sich netzwerkweit Gehör verschafft, Investitionsgelder einsammelt, Apps programmiert und der große Teil weiß es einfach nicht. Und will es auch nicht wissen.

„Digitale Gesellschaft Deutschland? Larmoyanz statt Vision“ weiterlesen

German Angst ist heute Internetangst

Und: Jeff Jarvis bringt manche Dinge gut auf den Punkt. Die heutige German Angst ist Internetangst. So fĂŒhlt sich fĂŒr uns nun der alles ĂŒbergreifende Technik- und Kulturwandel an, den wir bestenfalls begleiten und ĂŒberleben können. Wir EuropĂ€er haben die – schöner politischer Ausdruck – „SystemfĂ€higkeit“ verloren. Wir können kein Internet.
 
Unsere Versuche (BTX) sind gescheitert und durch die – hĂ€ĂŸlicher technokratischer Ausdruck – „disruptive Intenettechnologie“ hinweggefegt worden.
 

Unsere eigenen AnsĂ€tze wurden zerstört, wegreguliert, aufgegeben. Nun beschweren wir uns, dass es keine deutsche Suchmaschine mehr gibt, wir der Überwachungstechnologie der anderen auf Gedeih und Verderb ausgesetzt worden sind.

Unser Bildungssystem war zu wenig adaptiv, die vorherrschende Geisteshaltung zu restriktiv („Geh doch lieber raus, Ball spielen„)